Zwei Wochen Irland ohne Wohnmobil.....

oder..... der etwas andere Urlaub

Vom 07.09.2013 bis 22.09.2013

W I L L K O M M E N

Um 11.00 Uhr hob unsere Maschine vom Flughafen in Hamburg bei bestem Wetter ab. Vor uns liegen zwei Wochen Irland. Wir wollen die Westküste kennenlernen. Wir freuen uns auf wilde Küsten, rauhe Landschaften und Guinness in gemütlichen Pubs bei traditioneller Musik. Leider sollte es anders kommen..

Nach nur 1 Std. und 40 Min. Flugzeit landeten wir in Dublin. Der Weg zum Shuttle-Service zur Autovermietung war schnell gefunden und so fanden wir uns nach kurzer Zeit in der endlos langen Warteschlange an der Autovermietung wieder. Nach ca. 1 1/2 Stunden waren wir dann auch an der Reihe. Leider war mit der Buchung etwas nicht in Ordnung, so hatte die Autovermietung nicht das von uns gebuchte Fahrzeug parat. Wir hatten ein Fahrzeug der Golf-Klasse gemietet, nun erhielten wir einen Peugeot 208. Nach der langen Wartezeit waren wir aber so genervt, dass wir keine große Lust auf langes Rumgezeter mehr hatten. Mittlerweile war es 15.00 Uhr, wir hatten Hunger und Durst, mussten aufs Klo und waren enttäuscht. Obwohl wir die Reise über eine spezielle Agentur für Irland-Reisen gebucht hatten, klappte bereits der Reisebeginn nicht. 

Wir fuhren also in Richtung Westküste. Die vielen Kreisverkehre, der Linksverkehr und das Auto in dem man rechts saß und mit links schaltete, verwirrten uns zwar etwas, aber Helmut meisterte alles gut, so dass wir uns bald entspannten. Die nächste Autobahnraststätte war unsere und so stillten wir erstmals unsere Bedürfnisse.

Unser Ziel sollte Glenbeigh am Ring of Kerry sein. Kurz vor Glenbeigh kauften wir im Supermarkt noch ein und trafen dann gegen 20.00 Uhr an dem von uns gemieteten Cottage ein.

Das Haus war sehr schön mit einer tollen Aussicht auf das Meer. Allerdings lag es sehr sehr einsam. Hier sagten sich tatsächlich Fuchs und Hase "Gute Nacht". Der Garten war dann auch tatsächlich voller Hasen und ein Foto im Wohnzimmer des Cottage dokumentierte den Fuchs, der durch das Terrassenfenster hereinschaute. 

Na toll, an gemütliche Abende im Pub bei irischer Musik war hier nicht zu denken. Fußläufig war nichts erreichbar, so dass man immer auf das Auto angewiesen war. So hatten wir uns das nicht vorgestellt. Von unserer Reiseagentur fühlten wir uns schlecht beraten, hatten wir doch eindeutig gesagt, was wir von diesem Urlaub erwarteten.

Nun mussten wir aber das Beste daraus machen. Wenigstens war das Wetter ganz gut. 

Am nächsten Morgen konnten wir draußen auf der Terrasse frühstücken, was uns etwas mit der Lage des Cottage versöhnte.

Leider änderte sich das Wetter schnell, so dass wir gleich nach dem Frühstück von einem Regenschauer überrascht wurden. Und so blieb das Wetter dann auch in den nächsten Tagen. Feiner Regen, starker Regen, Nebel, Sprühregen, Sturm von ganz kurzen Sonnenstrahlen unterbrochen. Typisch irisch!

Trotzdem machten wir natürlich jeden Tag Ausflüge. Gleich nach dem Frühstück ging es jeweils los, um die Gegend zu erkunden.

Zuerst befuhren wir den Ring of Kerry in Richtung Süden bis Cahersiveen, um das Ballycarberry Castle zu besichtigen. Erstaunlicherweise zauberte das schlechte Wetter eine schöne Stimmung um diese Ruine. Wir machten viele Fotos, bis wir vor dem stärker werdenden Regen flüchten mussten.

Wir fuhren weiter in Richtung White Sands, wo wir am Strand im starken Sprühregen Steine sammelten. Unsere Regenkleidung erwies uns hier sehr gute Dienste. Weiter fuhren wir nach Waterville, wo wir erstmal durch den Ort schlenderten. 

Im Butlers Cafe genossen wir dann frischen Applepie und Skones with Creme and Jam. Anschließend machten wir uns nach einem ausgiebigen Spaziergang langsam auf dem Heimweg.

Das Wetter besserte sich und so beschlossen wir, einen Spaziergang an "unserem Hausstrand", den Rossbeigh Beach, zu machen. Dort liegt ein kleines Schiffswrack am Strand.

Leider wurde das Wetter in den folgenden Tagen nicht besser, so dass die Stimmung doch teilweise getrübt war. Trotzdem machten wir jeden Tag Ausflüge in die nähere Umgebung, u. a. zur Halbinsel Dingle, Valentia Island, nach Killarney und in den gleichnamigen Nationalpark.

Trotz des trüben Wetters genossen wir die überwältigenden Landschaften und das besondere Licht, das durch die Wolkenspiele entstand.

Am nächsten Tag ging es in Richtung Killarney, zum Muckross House und zum Tork Wasserfall.

Wir machten eine Fahrt mit der Pferdekutsche durch den weitläufigen Park. Der Kutscher hatte viel über die Geschichte des alten Herrenhauses zu erzählen. Für Fotostops gab es immer genügend Zeit.

Am nächsten Tag machten wir einen Ausflug nach Valentia Island. Leider war das Wetter wieder durchwachsen.

Unseren letzten Tag an der südwestlichen Küste Irlands verbrachten wir damit, nochmals in die Berge zu fahren, um ein paar schöne Bilder zu machen. Leider war es wieder ein trüber Tag mit sehr viel Regen.

Wir entdeckten das Pancake House Strawberry Field, in dem man wirklich köstliche Pfannkuchen essen konnten. Wir gönnten uns die klassische Variante mit Äpfeln, Zimt und Zucker. Dazu gab es Tee und für Helmut einen Kaffee. Das Strawberry House liegt sehr reizvoll in den Bergen und ist wirklich zauberhaft hergerichtet. Für uns zählt es zu den besonderen Highlights dieser Region.

Am nächsten Morgen packten wir unsere Sachen zusammen und luden alles schnell ins Auto. Die Verwalterin erschien pünktlich. Wir gaben Ihr die Schlüssel für das Cottage zurück.

Unsere heutige Fahrt sollte Richtung Norden gehen. Vorbei an den Cliffs of Moher in das County Galway - nach Connemara. Dies war eine Empfehlung unserer Reiseagentur Shamrock Reisen.

Heute schien ausnahmsweise einmal die Sonne. Es war etwas windig, aber die Sonne strahlte vom Himmel. Wunderschön! Schade, dass wir diesen schönen Tag im Auto verbringen mussten. Auf jeden Fall wollten wir aber die Cliffs of Moher besuchen. Die Fahrt ging durch eine wirklich tolle Landschaft. Wir hofften, dass es in Connemara ebenso schön war, wie jetzt auf der Fahrt dorthin.

An den Cliffs of Moher hielten wir auf dem Parkplatz an. Es war bei diesem schönen Wetter super voll. Auf ein Foto ohne fremde Menschen darauf war nicht zu rechnen. Außerdem war es bereits sehr spät. Die Strecke zog sich doch sehr in die Länge. Wenn wir noch im Hellen in Connemara ankommen wollten, mußten wir uns beeilen. Also ließen wir die Cliffs aus und fuhren weiter. Wir nahmen die Fähre über den Shannon und fuhren dann in Richtung Galway. 

Langsam veränderte sich die Landschaft. Es wurde karg und trist. Das schöne Wetter war auch nicht mitgereist. Hier war es diesig, kalt und es regnete. Na toll!!!

Die Landschaft wurde immer trister. Wir fragten uns, was wir hier sollten. Was hatte die Dame von der Reiseagentur sich dabei gedacht, uns in diese Einöde zu schicken. Wir wußten es nicht! Aber es half ja nichts.

Die Ortschaften bestanden jetzt nur noch aus ein paar Häusern und bestenfalls einer Tankstelle mit integriertem kleinen Store, in dem man das Nötigste einkaufen konnte. Die Landschaft war geprägt von kargen Hügeln und weiten Torffeldern. Überall hing der Nebel bis in das Tal. Na super, was sollten wir denn hier eine Woche machen.

Endlich erreichten wir das Haus der Verwalterin, bei der wir den Schlüssel für das "Bramble Cottage" abholen sollten. Rose war super nett. Sie lud uns für den nächsten Morgen zum irischen Frühstück in ihr B&B ein. Ihr Mann Joe war bereits im Cottage und hatte den Kamin für uns angezündet. 

Das Cottage war wirklich schön. Sehr gemütlich und liebevoll eingerichtet. Im Kamin brannten die Torfstücke und auf dem Tisch standen frischgebackene Skones und Brownies. Was für ein toller Empfang!

Aber diese Gegend! Na ja, wir mußten das Beste daraus machen.

Zuerst einmal packten wir aus und richteten uns ein. Im Tankstellenshop kauften wir noch schnell das Nötigste für den Abend. Frühstücken sollten wir ja morgen früh bei Rose.

Wie versprochen, waren wir am nächsten Morgen bei Rose zum Frühstück. Es wurde alles frisch zubereitet und wir konnten zwischen verschiedenen Frühstücksvarianten wählen. Brot, Aufschnitt, frischer Lachs, Obst und Käse standen auf einem extra Buffet bereit. Für Verena wurde auch noch ein lecker Pfannkuchen gebacken. Es war wirklich köstlich. 

Rose gab uns einige Ausflugstipps für den nahegelegenen Connemara Nationalpark und in die nähere Umgebung. Leider spielte das Wetter aber nicht so mit, wie wir es uns gewünscht hätten. Immer wieder gab es Regen, Dunst und Nebel.

Trotzdem machten wir das Beste daraus und unternahmen in den nächsten Tagen jeweils Ausflüge in die Umgebung. Wobei wir eigentlich keine festen Ziele hatten, sondern einfach nur auf der Suche nach besonders schönen Landschaften waren.

Trotz des meist trüben Wetters konnten wir noch ein paar Ausflüge in die nähere Umgebung machen, so dass die Tage in Connemara dann doch noch recht schön waren.

Nach einer Woche machten wir uns auf den Weg zurück nach Dublin. Eine Nacht wollten wir dort im Hotel verbringen, da unser Rückflug schon morgens gegen 7.00 Uhr gehen sollte.

Im Hotel angekommen, brachten wir schnell unsere Koffer auf das Zimmer des Clarion Hotels. Danach gaben wir das Auto wieder ab. Die Rückgabe verlief problemlos. Anschließend setzen wir uns in den Bus, um ins Zentrum von Dublin zu fahren.

Dort angekommen, fiel uns sofort auf, was für eine lebhafte und laute Stadt Dublin ist. Überall gab es Musik, entweder von den diversen Straßenmusikern oder auch in den Geschäften durch viel zu laute Musikanlagen. Uns störte das allerdings nicht. Im Gegenteil, die letzten Tage waren nach unserem Geschmack ja teilweise zu ruhig gewesen.

Nach einem ausgedehnten Stadtbummel gingen wir abends noch in die berühmte Temple Bar. Endlich konnten wir die Atmosphäre eines irischen Pubs mit guter Musik genießen. Es war Samstagabend, entsprechend gut besucht waren die Bars. Da es obendrein super schönes Wetter war, fand das Leben eigentlich außerhalb der Bars statt. So standen wir dann auch eine ganze Weile vor der Temple Bar, führten interessante Gespräche mit anderen Touristen und tranken leckeres Guinness. Es war ein sehr schöner Abend, der uns ein wenig für den doch etwas mißglückten Urlaub entschädigte.

Zurück im Hotel gingen wir dann aber schnell in´s Bett, da wir ja bereits gegen 4.00 Uhr wieder aufstehen mussten.

Der Rückflug war genauso kurz und angenehm, wie der Hinflug. Wir waren letztendlich dann auch froh, wieder zu Hause zu sein.

  

Fazit: 

Irland ist ein schönes Land mit grandioser Natur und sehr netten Menschen. Das Wetter hätte besser sein können. Wir hatten einfach zu viel Regen und Sturm. Aufgrund der schlechten Beratung unseres Reiseveranstalters hatten wir die falsche Reiseart gewählt.

Beide Häuser lagen viel zu weit ab vom Schuss, so dass wir unseren Hauptwunsch, nämlich die Besuche der urigen Pubs, in denen traditionelle irische Musik gespielt wird, nicht verwirklichen konnten.

Wir könnten uns eine nochmalige Reise nach Irland vorstellen. Allerdings würden wir dann die Reise selber organisieren. Eine Rundreise um die Südküste ab Dublin mit Bed & Breakfast wäre da sicherlich besser für uns geeignet.

Bei Shamrock Irland Reisen würden wir nicht wieder buchen und können diesen Veranstalter nicht empfehlen. Obwohl wir unsere Wünsche an diese Reise genau erklärt hatten, fühlten wir uns sehr schlecht beraten.

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