Kanada wir kommen!!!!

Unsere Rundreise mit dem Wohnmobil vom 05.09.2008 bis 04.10.2008

04.09.2008

Vorabend Check-In. Mit zwei großen Koffern und einer Reisetasche machen wir uns gegen 18.00 Uhr auf den Weg zum Flughafen. Wir bekamen einen guten Parkplatz und suchten den richtigen Check-In-Schalter. Er war schnell gefunden und die davor befindliche Schlange war nicht sehr lang. Innerhalb von 20 Minuten waren wir wieder am Auto und waren überrascht darüber, wie problemlos alles lief. Nun sollte es also bald losgehen. Wir waren mittlerweile doch schon etwas aufgeregt. Unsere erste richtig große Reise! Natürlich hatten wir schon einige Urlaube gemacht und geflogen waren wir auch schon öfters. Aber diesmal war es nun ein Langstreckenflug. Vor uns lagen vier Wochen Kanada mit einem Wohnmobil. Vor einem Jahr hatten wir diese Reise gebucht und hatten viele Wochenenden über der Planung gesessen. Wir hatten unzähliche Reiseberichte gelesen, Videos geschaut und Reiseführer gelesen. Nun war es endlich soweit - unser Kanada-Abenteuer konnte beginnen. Wir stimmten uns noch mit einem Abendessen in einem typisch amerikanischen Restaurant ein. Es gab Burger und Pommes, die ganz hervorragend schmeckten. Abends verabschiedeten wir uns per Telefon noch von allen und gingen dann ins Bett. Ob wir wohl schlafen konnten?...

05.09.2008 

Gegen 8.00 Uhr erschien unser Sohn Dennis, der uns zum Flughafen Hamburg bringen sollte. Wir frühstückten noch schnell, dann ging es los. Wir kamen pünktlich an und konnten aufgrund unseres Vorabend-Check-In gleich zum Gate gehen. Nach kurzer Wartezeit bestiegen wir unser Flugzeug und pünktlich um 10.20 Uhr hob die Maschine nach Frankfurt ab. 45 Minuten später landeten wir butterweich in Frankfurt und machten uns auf den Weg zum Gate 28. Es war ein langer Fußmarsch und wir waren froh, dass wir ausreichend Zeit hatten. Nach kurzer Wartezeit konnten wir in unsere Maschine, einen Airbus A 340-600, nach Vancouver einsteigen. Unsere Plätze waren vorgebucht, es waren zwei gute Plätze gleich am Anfang hinter der Business-Class. Helmut hatte für seine langen Beine ausreichend Platz, so dass wir den ganzen Flug wirklich entspannt geniessen konnten. Der Service an Bord war ausgezeichnet, die 9 Stunden Flugzeit vergingen dann schneller als gedacht. Leider konnten wir nicht sehr viel sehen, da unter uns eigentlich immer Wolken waren. Aber man kann ja auch nicht alles haben. Um 14.20 Uhr Ortszeit landeten wir in Vancouver und wir waren dann doch froh, dass wir endlich da waren. Leider mußten wir auf unsere Koffer sehr lange warten, so dass wir erst gegen 16.00 Uhr aus dem Flughafen kamen. Ich hatte, nachdem wir die Koffer erhalten hatten, bei Holiday-Homecar angerufen, die uns ja vom Flughafen abholen sollten. So machten wir uns auf den Weg zu dem Treffpunkt vor dem Flughafengebäude. Dort wurden wir von weiteren Kunden von Holiday-Homcar erwartet und wir hofften, dass wir nun abgeholt würden. Schnell kamen dann zwei freundliche Mitarbeiter mit Vans und einem Anhänger. Wir verstauten unser Gepäck und verteilten uns auf die Vans. Die Stimmung war gut. Wir alle sahen gespannt aus dem Fenster und bewunderten die vielen großen Autos, die hier auf den Straßen fuhren. In Deutschland sieht man solche Autos eigentlich gar nicht oder nur sehr selten, dafür sind die Spritpreise bei uns nun doch zu hoch. Nach der Ankuft auf dem Gelände von Holiday-Homecar erhielten wir dann unsere Womos (hier heißen sie nur kurz "RV"). Eigentlich hatten wir ein 6,40-Meter Womo gebucht. Umso verwunderter, aber auch erfreuter, waren wir, als wir ein 7,70-Meter Womo erhielten. Es handelte sich um einen Ford E 350, 5,4 Liter - 10-Zylinder mit 275 PS der Marke Adventurer. 

Nun brauchten wir doch nicht im Alkoven, der in amerikanischen Womos etwas flacher ist als in deutschen Womo`s, schlafen. Nach einer kurzen Liegeprobe entschieden wir, dass wir beide im Heckbett gut Platz haben würden. Also schnell die Betten bezogen, Koffer ausgepackt und alles an seinen Platz gelegt. Außerdem musste auch die Lebensmittelliste noch abgehakt werden, um zu sehen, ob alles an Bord war, was wir bei Holiday-Homecar bestellt hatten. Es stimmte bis auf ein paar Kleinigkeiten alles. Nun galt es, sich Gedanken zu machen, was wir zu Abend essen wollten. Herr Kunke stellte uns einen Gasgrill zur Verfügung und wir grillten Bratwürste. Dazu gab es Brötchen, Bier und Coke. Es schmeckte alles sehr gut und wir hatten einen netten Abend zusammen mit den anderen Gästen. Gegen 20.00 Uhr machte sich doch die Müdigkeit breit und wir gingen in unserem Womo zu Bett. Würden wir die erste Nacht schlafen können? Ja wir konnten! 

06.09.2008 

Gegen 4.20 Uhr wachten wir auf. Das war wohl doch die Zeitumstellung! Wir blieben noch bis 6.30 Uhr im Bett und genossen das Erwachen des Tages. Gegen 7.30 Uhr sollte es in der Küche von Familie Kunke ein Frühstück geben. Wir machten uns langsam fertig und traten schon mal aus unserem Womo. Die anderen Gäste waren auch schon fertig und wir gingen zusammen zum Frühstück. Die Stimmung war toll und das Frühstück war super. Wir konnten sogar Waffeln im Toaster backen - lecker! Nach dem Frühstück wurden noch einige Formalitäten bezüglich der Versicherung für das Womo erledigt. Dann bekamen wir von Herrn Kunke eine gründliche Einweisung in unser Womo. Nach einer sehr kurzen Probefahrt (entlang der Einfahrt des Grundstücks) sollte unsere Fahrt dann endlich losgehen. Wir hatten ein Navigationsgerät gemietet (5,--$ pro Tag), das uns den Weg durch Vancouver weisen sollte. Die Fahrt durch die Großstadt mit dem langen Womo war sehr aufregend. Helmut bestaunte fast pausenlos die großen Autos und ich versuchte, das alles mit meiner Videokamera einzufangen. Wir fuhren quer durch die Innenstand, was uns dank des Navis ganz gut gelang. Nach ca. einer Stunde waren wir langsam aus der Stadt heraus und konnten uns etwas entspannen. Das Wetter war super. Wir genossen die tollen Ausblicke und die vielen neuen Eindrücke. Unseren ersten Stopp machten wir in Squamisch. Hier wollten wir in den Supermarkt, um noch einige Dinge einzukaufen. Zwar hatten wir die Grundausstattung dank Holiday-Homecar schon an Bord - wir wollten uns aber noch einige Dinge dazu kaufen. Unser erster Weg führte uns in einen 1-Dollar-Shop, in dem es eigentlich alles - von der Klobürste bis zur Postkarte - billig zu kaufen gab. Wir stöberten herum und Helmut entdeckte schon mal sehr preiswerte Caps. Er kaufte sich eins und außerdem noch weitere Kleinigkeiten, wie ein Thermometer und eine kleine Taschenlampe mit Batterien. Ich kaufte eine Telefonkarte für 5,-- $ von VOX International. Damit konnte ich sehr billig nach Deutschland telefonieren. Diesen Tip hatte ich von meiner Kollegin Renate bekommen. Danach ging es noch in einen Liquore-Store, um den Biervorrat etwas aufzustocken. Im angrenzenden Supermakt erstanden wird noch einige Leckereien zum Kaffee, die wir dann auch gleich auf dem Parkplatz vertilgten. Kuchen backen können die Kanadier! 

Supermarktparkplatz in Squamish

Nach dieser schönen Pause ging unsere Fahrt weiter auf dem Hwy. 99 in Richtung Whistler. Leider wird hier die Straße an vielen Stellen erneuert. Schließlich soll für die Olympiade 2010 alles fertig sein. Also weiter durch die kilometerlangen Baustellen bis zum Brandyvine National Park. Hier besichtigten wird die Brandyvine Falls, zu denen ein schöner Wanderweg führte, der aber nicht besonders lang war. Wir genossen den schönen Spaziergang und machten uns danach auf den Weg nach Whistler. Hier wollten wir unsere erste Nacht auf dem Riversite RV Park verbringen. Wir kamen gegen 18.30 Uhr dort an und fragten nach einem Platz für unser Womo. Leider waren alle Plätze ausgebucht. Wir bekamen aber einen Platz ohne jeglichen Service am Rand der Zufahrt angeboten. Da wir keine andere Wahl hatten und es auch bereits dunkel wurde, nahmen wir das Angebot an. Der Platz (der eigentlich keiner war) war direkt an der Zufahrt auf dem Grünstreifen, neben den Müllcontainern. Der Hwy. war keine 20 Meter entfernt und der Platz war auch noch total schräg. Was auch immer wir versuchten, wir standen so schräg, dass wir nicht hätten schlafen können. Dieser Platz (?) kostete uns 39,-- $. Schlicht eine Unverschämtheit! Wir können nur allen raten, diesen RV - Park nicht anzufahren. Es handelte sich um einen der teuersten Stellplätze der ganzen Reise - und das ohne jeglichen Komfort! Wir versuchten, an der Reception nochmals unser Glück, da wir ja immer noch total schräg standen. Auffahrkeile waren im Womo nicht vorhanden, also gestattet man uns, in der Ladezone vor den Duschen zu parken. Hier war es recht eben, so dass wir zumindest gerade liegen konnten. Zum Abendbrot gab es Brot mit Aufschnitt und Salat. Wir machten noch die Reiseplanung für den nächsten Tag und gingen gegen 22.30 Uhr schlafen. 

Brandywine Falls

07.09.2008 

Wir wachten gegen 5.45 Uhr auf. Da wir ja direkt vor den Duschen parkten, ging ich zuerst einmal duschen. Mit Verwunderung stelle ich fest, dass in den überhöhten Stellplatzgebühren nicht mal eine heiße Dusche enthalten ist. Ich muß für 6 Minuten 1,-- $ bezahlen. Die Duschen sind etwas gewöhnungsbedürftig und mit deutschem Standart nicht zu vergleichen. Als ich mit Duschen fertig bin, geht Helmut duschen. Danach machen wir uns erstmal ein gutes Frühstück. Mit dem amerikanischen Gasbackofen muss ich mich ersteinmal anfreunden. Aber ich bekomme ihn an und kann die leckeren Brötchen darin aufbacken. 

Nach dem Frühstück wollen wir dann auch gleich weiter. Zuerst will Helmut aber das erste Mal dumpen (ent- u. versorgen). Alles klappt ohne Probleme und wir fahren gegen 9.30 Uhr in Richtung Pemberton ab. Unterwegs stoppen wir im Nairn Provincial Park und machen eine kurze Wanderung zur den Nairn Falls. Hin und zurück sind es nur 3 km, die wir bei dem schönen Wetter sehr geniessen. Außerdem schauen wir uns noch die großzügigen Stellplätze in diesem Provinzial Park an. Schade, dass wir so einen Platz nicht gestern abend gefunden hatten. Hier gab es die obligatorische Sitzbank mit Tisch und einen Firepit. Die Plätze lagen im Wald und waren sehr großzügig. Sie kosteten 15,-- $ die Nacht. Im Vergleich zu dem Platz, auf dem wir gestern Abend standen, ein echtes Schnäppchen!!! In Pemberton tankten wir und fuhren dann durch ein Indianer-Reservat weiter in Richtung Lilloet. Die Landschaft um uns herum war wirklich sehr schön. Überall waren Wälder und Berge, wir genossen die tollen Ausblicke. Immer wieder hielten wir an, um Fotos zu machen und die Landschaft zu bewundern. Bei Mt. Currie trauten wir unseren Augen nicht. Vor uns spazierte plötzlich ein Schwarzbär über die Straße. Wir waren so überrascht, dass wir unsere Kameras so schnell natürlich nicht bereit hatten. Schade, von unserem ersten Bären haben wir somit kein Bild. (Deshalb müssen wir auf dieses zurückgreifen)

Wir fahren weiter durch die überwiegend von Indianern bewohnte Gegend. Leider wirken die Häuser und Gärten sehr ungepflegt und vermüllt. Es werden einfach die alten Autos und Wohnmobile auf die Grundstücke gestellt und "vergessen", so dass man sehen kann, was der Besitzer in den letzten Jahrzehnten gefahren hat. Das haben wir auf unserer Reise immer wieder beobachten können.

Die Landschaft ist trotzdem wunderschön und wir erreichen nach vielen Stops den Seton Lake. Hier weiden am Ufer ein paar Cariboos. Es war dort wirklich sehr idyllisch. Weiter geht unsere Fahrt nach Lilloet. Lilloet ist ein kleines Städtchen, welches überwiegend von Indianern bewohnt wird. Es wirkt auf uns etwas heruntergekommen und wir machen, das wir schnell weiterkommen in Richtung Cache Creek.

Die Landschaft verändert sich. Alles wirkt etwas karg und vertrocknet. Wir befinden uns jetzt auf einem Hochplateau oberhalb des Fraser Rivers. In Marble Canyon gehen wir auf einen Stellplatz in einem Provinzial Park. Wir legen die geforderten 15,-- $ für den Stellplatz in einen Briefumschlag bei der Selfregistration und suchen uns einen schönen Platz mit Seeblick aus. Auf dem Platz befindet sich natürlich die übliche Sitzbank und ein Firepit. Leider haben wir kein Feuerholz. Also braten wir unsere Bratwürste in der Pfanne und essen dazu Salat und Brot.

Nach dem Essen machen wir noch einen kleinen Spaziergang am See und beobachten die Fische, die in dem See hin- und herspringen. Helmut bedauert, dass er keine Angel dabei hat und nimmt sich vor, im nächsten Supermarkt eine zu kaufen oder an einem See eine zu leihen. 

Als wir zu unserem Womo zurückkommen, kommt ein Parkranger mit Feuerholz vorbei. Wir kaufen von ihm Holz für 2,-- $ und machen uns unser erstes Lagerfeuer in Kanada. Wir sitzen bis kurz vor Mitternacht draußen und bewundern die unzähligen Sterne am Himmel. Es ist wunderschön und nur die Kälte treibt uns in unser Womo. Frierend gehen wir ins Bett. Es ist bitterkalt und wir ziehen uns Jogginghosen an, damit wir unter den dünnen Decken, die wir von Holiday-Homecar bekommen haben, nicht frieren. Gott sei Dank haben wir noch eigene Ikea-Decken mitgebracht, sonst hätten wir wohl kein Auge zugemacht. 

Der Seton Lake

08.09.2008 

Gegen 6.30 Uhr stehen wir auf. Im Womo haben wir 9,4 Grad, unser Aussenthermometer zeigt 5 Grad. Erstmal machen wir die Heizung an. Leider ist sie so laut, dass man froh ist, wenn sie wieder aus ist.

Wir machen uns unser Frühstück, heute gibt es zur Feier des Tages mal Rührei. Nach dem Frühstück schreiben wir den Reisebericht und gegen 10.00 Uhr setzen wir unsere Reise in Richtung Clinton fort. 

Clinton ist ein nettes kleines Städtchen mit einigen Shops und Restaurants. Wir machen einen kleinen Spaziergang und Helmut macht eine Menge Fotos von alten Autos. Ich mache mich auf die Suche nach dem Postamt. Ich habe versprochen, einige Karten zu schreiben und Versprechen muß man natürlich auch halten. Die nette Dame auf dem Postamt ist mir behilflich und verkauft mir internationale Briefmarken.  Also Briefmarken auf die Karten geklebt und "Ab geht die Post".

Nun möchte ich noch meine Telefonkarte ausprobieren. Ich rufe von einem öffentlichen Fernsprecher zu Hause bei Dennis an. Dieses etwa 8 Minuten lange Gespräch kostet mich etwa 1,30 $, also ein Schnäppchen. Weil es so billig ist, rufe ich auch gleich noch meine liebe Freundin an.

Nach diesen vielen Erledigungen geht die Fahrt dann in Richtung Clearwater, unserem heutigen Tagesziel weiter. In dieser Gegend liegt der Schwerpunkt wohl beim Fliegenfischen. So jedenfalls ist es auf allen Werbeplakaten von Lodges und B&B zu lesen. Es gibt eine Menge Seen und an jedem See gibt es mindestens einen Campground.

Die Landschaft ist ganz anders als gestern in Lilloet. Hier gibt es sehr viel Wald und wenig Berge. Auf den Straßen ist wenig Betrieb und wir fahren meist völlig allein auf der Landstraße. 

Gegen 14.30 erreichen wir Clearwater und das Dutch Lake Resort und Campground. Wir bekommen einen sehr schönen Stellplatz direkt am See mit schöner Feuerstelle für 29,40 $ pro Nacht.

Im nahegelegenen Supermarkt kaufen wir uns 2 große Steaks für 9,-- $ und beim Campgroundbesitzer kaufen wir noch ein Bundle Feuerholz für 7,-- $ (das teuerste Holz auf unserer Reise).

Abends geniessen wir unser Festmahl, bestehend aus den Steaks, Kartoffeln mit Sourcreme und Salat. Leider wird es gegen 21.00 Uhr wieder so kalt, dass wir reingehen. Wir starten den Laptop und probieren, ob wir ein freies Internet finden. Es klappt, so dass wir den Rest des Abends etwas im Internet surfen. Ich mache mich wieder daran, den Reisebericht zu schreiben. Gegen 22.30 Uhr fallen wir dann wieder müde ins Bett. 

Unser Stellplatz am Dutch Lake

09.09.2008

Wieder stehen wir gegen 6.30 Uhr auf. Im Womo sind es 11,4 Grad und aussen 5 Grad.

Wir frieren!! Heute Nacht haben wir nicht so gut geschlafen. Die Heizung sprang mehrmals in der Nacht an und ist dabei wirklich sehr laut. Irgendwann haben wir sie dann doch ausgestellt, deshalb war es morgens auch wieder so kalt. Also erstmal heiß duschen. Ich gehe wieder als Erste. Die Duschen sind etwas gewöhnungsbedürftig, aber heißes Wasser gibt es wenigens umsonst und solange man will.

Nach dem Duschen mache ich das Frühstück während Helmut ebenfalls duscht. Wir versuchen, das erste Mal eine Verbindung über Skype mit meinem Bruder Holger und seiner Frau Astrid zu bekommen. Es klappt sehr gut und wir geben einen ersten Bericht über unsere Reise ab. Dieser Campground gefällt uns ganz gut, weshalb wir beschließen, eine weitere Nacht hier zu bleiben.

 

Gegen 11.00 Uhr fahren wir in Richtung Well`s Gray Provincial Park. Dort wollen wir die Dawson Falls und die Helmcken Falls besuchen. Doch zuerst geht unsere Fahrt zum Visitor Center des Well`s Gray PP. Wir kaufen dort ein sehr schönes Buch in deutscher Sprache über die Rockie Mountains und kommen dadurch mit einer Deutschen Auswanderin ins Gespräch. Sie ist vor 27 Jahren aus Deutschland ausgewandert und möchte nicht mehr dorthin zurück. Wen wundert´s! 
Die Straße zu den Helmcken Falls und den Dawson Falls schlängelt sich durch ein dichtbewaldetes hügeliges Gebiet. Man merkt nicht, dass die Straße ständig ansteigt und man so immer höher kommt. Natürlich halten wir wieder Ausschau nach Bären oder anderen Wildtieren. Aber leider zeigt sich gar nichts. 

Als erstes kommen wir zu den Dawson Falls, die sehr groß sind. Wir sind beeindruckt von der Kraft, mit der das Wasser die Felsen hinabstürzt. Helmut macht eine Menge Fotos, auch wenn die Bedingungen nicht ganz optimal sind, weil der Himmel nicht strahlend blau sondern leicht bedeckt ist. Er kann aber trotzdem tolle Aufnahmen dieser beeindruckenden Wasserfälle machen. Nur 7 km weiter liegen die Helmcken Falls. Diese sind sehr viel schmaler als die Dawson Falls und wirken dadurch irgendwie feiner und eleganter. Das Wasser fällt hier 180 Meter in die Tiefe. Auch hier macht Helmut natürlich wieder tolle Fotos und ich versuche, ein bißchen zu filmen.

Zu beiden Wasserfällen waren jeweils nur kurze Wege zurückzulegen, so dass wir uns eigentlich noch nicht genügend bewegt hatten. Aus diesem Grunde besuchten wir auf dem Rückweg aus dem Well`s Gray Park noch die Spahat Creek Falls. Diese 61 Meter hohen Fälle ergießen sich ebenfalls in den Clearwater River und sind sehr schön. Auch hier war wieder nur ein kurzer Wanderweg zurückzulegen.

Da es mittlerweile Nachmittag war, machten wir uns langsam auf den Rückweg nach Clearwater. Wir wollten noch für die morgige Weiterfahrt tanken und außerdem hatten wir noch vor, uns in dem örtlichen Klamottenladen etwas umzusehen. Helmut erstand dort eine Lewis Jeans für 25,-- $, also wieder mal ein Superschnäppchen. Abends machten wir wieder unser Lagerfeuer. Heute sollte es Bratkartoffeln und Bratwurst aus der von Holiday-Homecar mitgegebenen Grillpfanne geben. Es schmeckte wieder sehr gut. Satt und zufrieden über diesen schönen Tag, gehen wir gegen 22.00 Uhr ins Bett. 

Morgennebel am Dutch Lake

10.09.2008

Auch heute stehen wir wieder pünktlich um 6.30 Uhr auf. Wir stellen uns zwar immer einen kleinen Reisewecker, aber eigentlich sind wir schon immer vor dem Klingeln wach. Wahrscheinlich immer noch eine Folge des Jetlags. Die Temperatur ist wieder sehr kalt. Innen 11 Grad und außen 4 Grad. Trotz der morgendlichen Kälte scheint es wieder ein sehr schöner Tag zu werden. Der Himmel ist klar und aus dem See steigt langsam der Nebel auf. Helmut macht einige Fotos und danach machen wir uns auch schon abfahrbereit. Also alles schnell aufgeräumt und los geht es.

Nach dem Entsorgen, was hier ja dumpen heißt, fahren wir zur Meadows Backery zum Frühstück. Ein echter Geheimtip. Man bekommt hier besten Kaffee und verschiedene Frühstücksvariationen. Wir genehmigten uns Bagels mit Eiern, Schinken und Bacon. Alles sehr gehaltvoll aber auch sehr lecker.

Für unterwegs zum Nachmittagskaffee nahmen wir uns noch je ein Stück Karottenkuchen und die in Kanada sehr beliebten Cinamon-Buns (eine Art Zimtschnecke aus Hefeteig, sehr groß) mit.

Nach diesem üppigen Frühstück füllten wir noch schnell unsere Vorräte im Supermarkt auf und dann fuhren wir los.

Wir fuhren auf dem Yellowhead Hwy. Nr. 16 in Richtung Norden über Blue River und Valemont in Richtung Mount Robsen, dem höchsten Berg der kanadischen Rockies mit 3.954 m.

Die Fahrt führte uns durch eine traumhafte Landschaft mit beeindruckender Natur. Das Wetter ist super und wir haben das Glück, den Mt. Robsen ohne Wolckendecke über dem Gipfel zu sehen. Mit dem blauen Himmel im Hintergrund ein wirklich traumhafter Anblick. Wir können uns nicht sattsehen und Helmut macht natürlich wieder eine Reihe Superfotos. 

Am Nachmittag machen wir einen langen Spaziergang durch Jasper und kaufen einige Andenken. Abends essen wir einen Bürger bei Smittey`s für 11,-- $. Als wir wieder auf dem Platz sind, schreiben wir noch Karten und schauen uns die Fotos an, die Helmut heute geschossen hat. Sie sind wirklich toll. Gegen 23.00 Uhr fallen wir dann aber müde ins Bett und schlafen gleich ein.

Die Stimmung ist aufgrund des tollen Wetter gut und wir setzen nach der langen Fotopause am Mt. Robsen unsere Fahrt in den Jasper National Park weiter fort. Dieser liegt in Alberta und wir müssen unsere Uhren auf Alberta-Zeit, d.h., eine Stunde vorstellen.

Unseren mitgebrachten Kuchen verspeisen wir am Yellowhead Lake mit Sicht auf die schöne Bergwelt. Unser nächstes Ziel ist der Whistler Campground in Jasper. Leider ist der Platz bereits belegt. Doch wir können auf den Wapiti Campground ausweichen. Ab morgen können wir dann aber einen Full-Hookup Platz auf dem Whistler Campground haben.

11.09.2008

Um 7.30 Uhr wachen wir auf. Im Womo haben wir 11 Grad, aussen sind es nur 8 Grad. Also erstmal die Heizung an und dann gut frühstücken. Danach fahren wir gleich los. Unser Ziel ist heute der Maligne Canyon und der Maligne Lake.

Unterwegs sehen wir direkt an der Straße einen riesigen Wapitihirsch und einen Coyoten. Von dem Hirschen können wir sogar ein Foto machen bzw. kann ich ihn mit meinem Camcorder filmen. 

Nach kurzer Fahrt kommen wir am Maligne Canyon an. Wir freuen uns wieder darüber, dass hier ein großer kostenloser Parkplatz zur Verfügung steht. Der Weg durch den Canyon ist ca. 2 km lang und geht teilweise sehr steil bergab. Wir lassen uns Zeit und Helmut macht eine Menge Fotos von dieser beeindruckenden Natur. Die Ausblicke sind spektakulär und man bekommt einen Eindruck davon, welche Naturkräfte hier geherrscht haben, um eine derartige Landschaft zu formen. 

Nach dem teilweise anstrengenden Rückweg fahren wir weiter zum Maligne Lake. Dieser See galt als weiteres Highlight unserer Tour, denn wir hatten die schönen Bilder dieses Sees mit dem malerischen Bootshaus im Vordergrund immer vor Augen. Die Wirklichkeit empfanden wir etwas enttäuschend. Die auf den Fotos immer sehr gewaltig wirkenden Berge im Hintergrund waren in Wirklichkeit zwar recht hübsch anzusehen, sie wirkten aber lange nicht so gewaltig, wie auf den Fotos.  Die Preise am See waren erwartungsgemäß heftig. Nach einem kurzen Spaziergang und Fotostop machten wir uns auf den Rückweg nach Jasper.

Dort besuchten wir das Info-Center, dass uns aber auch keine nennenswerten Freizeitaktivitäten mehr bot. In einem Coffee-Shop kauften wir uns einen sogenannten Coffee-to-go. Er schmeckte schrecklich und wanderte in den Müll. Wir kauften im Supermarkt noch Steaks und Burger zum Grillen ein und machten uns auf den Weg zu unserem gebuchten Platz auf dem Whistler Campground.

Dort erlebten wir eine Überraschung. Auf den Full-Hookup Plätzen war ein Campfire nicht gestattet. Also mussten wir unsere Steaks in der Pfanne braten, was aber auch sehr lecker war. Dazu gab es Salat.

Nach dem Abendessen machten wir dann noch einen kurzen Spaziergang über den Platz. Dort sahen wir dann wieder einen Wapitihirschen, der nur wenige Meter von uns entfernt im Gebüsch stand. Da gerade Brunftzeit war, zogen wir uns schnell zurück. 

Wir haben dann noch abgewaschen und den Reiseplan für morgen festgelegt. Gegen 21.00 Uhr fing es an, zu regnen. Auch als wir gegen 23.00 Uhr ins Bett gingen, regnete es noch. 

Im Maligne Canyon

12.09.2008 

Die ganze Nacht hatte es teilweise stark geregnet. Gegen 7.30 Uhr wachten wir auf. Zuerst einmal wieder die Heizung an. Es ist sehr kalt. Aufgrund des Regens lassen wir uns mit dem Frühstück Zeit und überlegen, was wir heute machen wollen. Auf jeden Fall ist wieder mal duschen angesagt. Leider sind die Duschen sehr weit von unserem Stellplatz entfernt, so dass wir zum ersten mal im Womo duschen wollen. Überraschenderweise geht das ganz gut, weil die Dusche doch sehr viel größer ist, als in europäischen Womos. Wir hatten auf diesem Platz einen permanenten Wasseranschluß, so dass der Wasserdruck sehr gut war. Das Duschen im Womo ist auf jeden Fall besser, als in mancher Campground-Dusche, zumal der Standard in Kanada sich von dem deutschen Standard doch unterscheidet. Nach dem Duschen klarte auch das Wetter auf und die Sonne kam heraus. Wir beschlossen in Richtung Lake Louise zu fahren Die Fahrt auf dem Icefield Parkway sollte ein weiterer Höhepunkt unserer Reise sein. 

Valley of five Lakes

Nach nur 11 km sahen wir ein Hinweisschild zu dem Trail - Valley of five lakes. Dieser Trail sollte ein besonders schöner Weg zu fünf kleinen Seen sein, der nicht sehr weit ist. So jedenfalls hatte es uns ein Schweizer Ehepaar erzählt, die diesen Trail angeblich in einer Stunde gelaufen waren. Wir machten uns also auf den Weg. Der Weg war gut beschildert und anfangs auch wirklich leicht zu gehen. Nach und nach wurde er jedoch teilweise sehr steil und uneben. Trotz aller Anstrengungen war es eine wirklich sehr schöne Wanderung in einer einzigartig schönen Landschaft. Leider hielt das Wetter nicht durch, so dass wir die letzten 20 Minuten unserer insgesamt zweistündigen Wanderung im Regen gehen mussten. 

Wieder im Womo angekommen, waren wir dann doch etwas kaputt. Aufgrund des Regens waren wir sehr schnell gegangen, was recht anstrengend war. Wir setzten unsere Fahrt auf dem Icefield Parkway fort.

Nach nur 21 km erreichten wir die Athabasqua Falls. Hier zwängt sich der Athabasqua River durch eine enge Schlucht und stürzt mit einer beeindruckenden Kraft in die Tiefe. Das Wetter war wieder etwas besser. Wir stellten unser Womo auf dem kostenlosen Parkplatz ab. Die Wege durch den Canyon sind sehr gut ausgebaut und sehr leicht zu gehen. Nach dem Spaziergang und unzähligen Fotos, die Helmut hier natürlich machte, fuhren wir weiter.

Unser Weg führte uns durch eine grandiose Landschaft mit riesigen Wäldern und hohen schroffen Berggipfeln, auf denen Schnee lag. Dies war wirklich die schönste Straße, die wir je gefahren waren. Darin sind wir uns einig. Wir können uns an dieser schönen Landschaft gar nicht satt sehen und machen unzähliche Fotostops.

Kurz vor den Sunwapta Falls beschlossen wir einen kleinen Snack zu uns zu nehmen. Wir kehren also bei der Sunwapta Falls Junction ein und suchen uns ein Stück Karottenkuchen und einen Becher heiße Schokolade aus. Alles zusammen kostet uns 16,-- $. Geschmacklich war es nicht so doll - eben typisches Raststellen-Essen. In dem angrenzenden Souveniershop erstehen wir dann noch ein weiteres Buch über die Rockies für nur 6,-- $. Jetzt im September ist schon alles auf Saisonende eingestellt, so dass die meisten Souveniers bereits stark reduziert sind.

Leider haben auch viele Campgrounds entlang des Icefield Parkway bereits geschlossen. Oftmals ist ab 01.09. schon Schluss, so dass wir bis zum Icefield Center fahren müssen, da hier noch ein Campground sein sollte, der auch jetzt noch geöffnet hat.

Unser Stellplatz am Wilcox Creek

Und richtig, der Platz am Wilcox Creek hatte noch geöffnet. Es ist ein Platz ohne Versorgung für 15,-- $ mit Selfregistration. Er liegt in allerschönster Lage mit Blick auf die gewaltigen Berge.

Leider hielt sich das Wetter nicht. Es hatte ja am Tag immer mal wieder etwas geregnet. Nun aber, gerade als wir auf dem Weg zur Selfregistration waren, fing es sehr stark an zu schneien. Wir waren in kürzester Zeit weiß wie die Schneemänner.

Mit dem Lagerfeuer wurde es bei diesem Schnee natürlich auch nichts. Zum Abendessen gab es deshalb Tortellini mit Tomatensoße und Würstchen.

Nach dem Essen machten wir wieder die Planung für den nächsten Tag. Immer wieder schauten wir aus dem Fenster. Gott sei Dank hatte es mittlerweile aufgehört, zu schneien. Draußen war es nun sternenklar und bitterkalt. Der Mond erhellte die verschneite Landschaft. Hoffentlich schneit es heute Nacht nicht wieder, denn das Fahren mit einem Womo auf vereister Fahrbahn stellten wir uns nicht so toll vor.

Wir gingen zeitig zu Bett und wickelten uns in unsere zusätzlichen Decken ein. Von Zeit zu Zeit sprang die Heizung an, die wir natürlich bei solchen Temperaturen laufen lassen mußten.

13.09.2008

Was für ein Morgen. Die Nacht war sehr kalt. Wir hatten minus 2 Grad draußen. Die gesamte Landschaft war weiß gefroren und es lagen ca. 2 cm Schnee. Die gegenüberliegenden Berge wurden von der aufgehenden Sonne angeleuchtet, was einen superschönen Kontrast zu dem blauen Himmel bildete. Uns hielt es nicht mehr im Bett. Wir drehten die Heizung auf volle Pulle, zogen uns die Jacken über und gingen erstmal raus um Fotos zu machen.

 

Danach tranken wir heißen Tee und aßen unser leckeres Frühstück. Gegen 9.30 Uhr fuhren wir los zum Columbia Icefield Center. Dort war noch alles ruhig. Der öffentliche Fernsprecher war eingefroren, so dass es mit einem Anruf in Deutschland nichts wurde. Wir fuhren bis an den Gletscher heran. Allerdings kam man mit dem Auto nur bis an die Geröllkante. Das Icefield selbst kann man nur mit einem Führer betreten. Es war eine etwas gespenstische Szene, da überall das Knacken des Gletschers zu hören war. Wir waren ja ganz alleine hier und fanden es schon etwas gruselig. Wir machten eine Menge Fotos und fuhren dann weiter. Unser heutiges Tagesziel sollte Lake Louise sein.

Die Fahrt ging durch diese traumhafte Landschaft weiter. Um uns herum nur schneebedeckte Berggipfel, an den Berghängen Wälder mit schneebedeckten Nadelbäumen. Und dazu dieser blaue Himmel und die Sonne. Wir konnten unser Glück kaum fassen, dass wir ein solches Wetter hatten. 

Entlang des Icefield Parkway gibt es unzählige Bergseen und Flüsse, die sich wunderbar in die Landschaft einfügten. Leider kann man auf einer solchen Reise nicht jeden See erwandern. Wir müsen uns die für uns schönsten heraussuchen.

 

Hier erwähnt werden soll der berühmte Peyto Lake, der sich uns bei diesem strahlenden Wetter in seiner gesamten Schönheit präsentierte. Besonders schön ist aber auch der Bow Lake. Es war eine wunderschöne Fahrt durch diese traumhafte Landschaft. Der Icefield Parkway gehört für uns auf jeden Fall zu den Traumstraßen der Welt. 

Gegen 15.30 Uhr erreichten wir Lake Louise. Der ganze Ort besteht aus einem kleinem Zentrum mit ein paar Läden, zwei Tankstellen und ein paar Restaurants. Er wird von Massen von Touristen bevölkert und ist nicht besonders schön.

Wir checkten auf dem Lake Louise Campground ein und machten uns dann gleich auf den Weg zum Morain Lake, der etwa 13 km vom Lake Louise entfert ist. Die Fahrt dorthin ist wunderschön, da man entlang der Ten Peaks fährt.

Den See haben wir allerdings an diesem Tag nicht mehr gesehen. Der Parkplatz war so überfüllt, dass wir keine Chance hatten, unser Womo abzustellen. Besonders ärgerlich dabei war, dass auf den wenigen Womo-Parkplätzen auch sehr viele Pkw standen. Auch hier waren wieder auffällig viele Asiaten, die mit Bussen und Pkw angereist waren. Also gut, dann versuchen wir morgen eben nochmal, den Morain Lake zu besuchen und versuchen jetzt erstmal, an den Lake Louise zu kommen. Dort  bot sich uns leider das gleiche Bild. Hunderte von Touristen wuselten auf den Parkplatz herum und wir wurden unser Auto nicht los. Also bloß weg! 

Wir fuhren zurück in den Ort und gingen erstmal einkaufen. Leider ist der Supermarkt in Lake Louise nicht besonders gut sortiert. Wir kaufen nur das Nötigste und fahren auf unseren Stellplatz. Es war ein Full-Hookup Platz mit supernetten kanadischen Nachbarn, mit denen wir gleich ins Gespräch kommen.

Tom und Maureen gaben uns viele Tipps für unsere verbleibende Route und Tom gab uns auch gleich Auffahrkeile, damit unser Womo gerade stand. Die beiden hatten eine Satelitenantenne, um ins Internet zu kommen. Sie gaben uns ihren Zugangscode, so dass wir nun auch im Internet surfen konnten. Wirklich super nett. Abends wurde es wieder sehr kalt und wir gingen zeitig in unser Womo, wo wir die vielen Fotos sichteten und dank des Internetzugangs Emails nach Deutschland schreiben konnten. Wieder ging ein ereignisreicher Tag zu Ende und wir fielen müde ins Bett. 

Lake Louise

14.09.2008 

Aufstehen um 7.30 Uhr. Die Sonne lacht! Es ist sehr kalt aber es verspricht, wieder ein schöner Tag zu werden. Wir frühstücken wie jeden Morgen und machen alles abfahrbereit.

Unsere kanadischen Nachbarn sind auch schon wach und wir treffen uns trotz der Kälte zu einem netten Morgenplausch. Unser heutiges Tagesziel soll Halcyon Hot Springs am Upper Arrow Lake sein. Maureen versucht telefonisch eine Platzreservierung für uns zu machen. Sie bekommt keinen Anschluß, hinterläßt aber eine Nachricht auf dem AB. Die beiden sind wirklich reizend. Wir beschließen, uns in zwei Tagen am Kalamalka Lake auf dem Kekulli Campground zu treffen. Mal sehen, ob das klappt!

Gegen 9.30 Uhr fahren wir nach einer herzlichen Verabschiedung los. Zuerst fahren wir an den Lake Louise. Der Parkplatz ist bereits gut besucht und am See sind auch schon viele Besucher. Wir machen ein Paar Fotos von diesem schönen See und fahren dann weiter. Wir wollen ja auch noch den Morain Lake ansehen. Leider bot sich uns hier das gleiche Bild wie gestern. Der Parkplatz am See war schon völlig überfüllt, so dass wir unser Womo wieder nicht parken konnten. Wir drehten dann noch eine Runde auf dem Parkplatz, um einen Blick auf den See zu werfen, der aber so früh am Morgen noch im Dunkeln lag. Also kein gutes Fotolicht. Wir fuhren weiter, weil wir hier ja sowieso keinen Parkplatz fanden.

Naturel Bridge

Unser nächstes Ziel ist die Naturel Bridge. Auf dem kostenlosen und nicht überfüllten Parkplatz lassen wir unser Womo stehen und gehen das kurze Stück bis zum Wasserfall. Unterweg fällt uns noch ein kleines Hinweisschild zum Mt. Dennis auf. Da unser Sohn ja Dennis heißt, werden natürlich erstmal ein Paar Fotos geschossen. Weiter geht es dann zur Naturel Bridge. An dieser Stelle rauscht der Kicking Horse River über sehr eng zusammenstehende Felsen mit großem Getöse in die Tiefe. Es ist ein beeindruckendes Schauspiel, von dem Helmut viele Fotos macht. 

Nach dieser langen Pause geht unsere Fahrt weiter. Die Landschaft wird etwas lieblicher. Die Berge sind nicht mehr ganz so hoch und, bis auf einige Ausnahmen, grün bewaldet.

Wir verlassen den Yoho NP und fahren in den Revelstoke NP ein. Kurze Zeit später passieren wir die Grenze von Alberta nach British Columbia und stellen unsere Uhren wieder eine Stunde zurück. Die Landschaft um uns herum erinnert uns etwas an Österreich und die Schweiz, allerdings ohne Häuser und Almen. Das Wetter ist nach wie vor super und je weiter südlich wir kommen, wird es auch wärmer. In Revelstoke biegen wir in Richtung Nakusp ab. Wir fahren bis an das Ufer des Upper Arrow Lake, den wir mit einer kostenlosen Fähre überqueren. Die Fahrt über den See ist wunderschön und gehört zu den Highlights des Tages. 

Nachdem wir von der Fähre heruntergefahren sind, erreichen wir nach 5 km unser heutiges Tagesziel, das Halcyon Hot Springs Resort & Spa. Es handelt sich um ein Hotel mit angrenzendem Campground. Gäste des Campgrounds können das Bad des Hotels gegen ein kleines Entgeld ebenfalls mit nutzen. Der Platz kostet uns 32,-- $ plus 18,-- $ pro Person für die Hot Springs. Das 40 Grad warme Wasser ist super angenehm und wir genießen das Bad und die tolle Aussicht auf den See.

Abends gingen wir in dem erstklassigen Restaurant des Resorts essen. Mit einem ausgereichneten Essen und einem leckeren Glas Wein schlossen wir den schönen Tag ab. Es war ein wunderschöner Abend, den wir beide sehr genossen haben.

15.09.2008 

Wie jeden Tag stehen wir gegen 7.30 Uhr auf. Es ist nicht so kalt, wie in Lake Louise, aber wir müssen doch die Heizung anmachen zum Frühstück. Die Temperatur ist so ca. 9 Grad. Im Womo sind das dann ungefähr 12 Grad, also nicht so das Meiste. Helmut geht duschen, ich verkneife mir dass, weil ich das Gefühl habe, mir eine kleine Erkältung eingefangen zu haben. Ich befürchte, es könnte schlimmer werden, wenn ich mit nassen Haaren über den Campground gehe. Also nur Katzenwäsche und der Tag kann beginnen. 

Gegen 10.00 Uhr fahren wir los. Unsere heutige Tour führt uns auf dem Hwy. 23 über Nakusp weiter auf dem Hwy. 6 bis nach Vernon. Dort wollen wir uns mit Maureen und Tom treffen, dem netten kanadischen Ehepaar, das wir in Lake Louise kennengelernt haben.

Wieder müssen wir eine kostenlose Fähre (zwischen Fauquier und Needles am Hwy. 6) nutzen und wir genießen die diesmal recht kurze Fahrt. Die Fähre wird von Seilen über den See gezogen und wir beobachten diese Technik fasziniert. 

Die Fahrt geht dann weiter über Cherryville und Lumby. In Cherryville versuchen wir ein freies Internet zu erwischen. Wir schaffen es und führen ein langes Telefonat mit unserem Sohn Dennis in Deutschland. Das Telefonieren via Internet mit Skype hat in diesem Urlaub eigentlich immer gut geklappt und freie Netze gibt es eigentlich fast überall.

In Lumby halten wir an einer recht großen Einkaufsmal an und füllen unsere Vorräte auf. Nachdem alles gut verstaut und der Kühlschrank und das Gefrierfach gut befüllt ist, genehmigen wir uns erstmal einen Capuccino und etwas Kuchen. Danach geht die Fahrt weiter nach Vernon. Wir sind begeistert von der schönen Landschaft und den guten Einkaufsmöglichkeiten. Wir stellen zum Xten Mal fest, dass wir am liebsten hier in Kanada bleiben wollen..... 

Bald erreichen wir die Stadt Vernon. Diese liegt am Kalamalka Lake und ist wirklich sehr schön. Es gibt wiederum eine Menge toller Mals und die schöne Lage am wunderschönen Kalamalka Lake begeistert uns.

Als wir auf dem genau am Lake gelegenen Campground Kekulli ( 24,-- $ pro Nacht) ankommen, warten Tom und Maureen schon auf uns. Genau neben ihnen ist ein schöner Platz mit Seeblick frei. Tom spendiert ein kühles Bier und wir richten uns häuslich ein. Da dieser Platz ohne jegliche Versorgung ist, steht uns Tom wieder hilfreich zur Seite. Er kommt sofort mit einem Kabel an, welches er an seinen Generator angeschlossen hat, so dass wir unsere Akkus und den Computer aufladen konnten. Wir halten dann einen Plausch und tranken noch etwas Kaltes, denn wir hatten mittlerweile eine Außentemperatur von 27 Grad, also absolutes Sommerwetter. Leider hatten wir, da wir ja nicht mit Sommerwetter gerechnet hatten, keine kurzen Hosen dabei. Also galt es, die Jeansbeine hochzukrempeln und die Sonne zu geniessen. Abends haben wir dann zusammen mit Tom und Maureen noch lange am Lagerfeuer gesessen. 
       

Die Verständigung klappte immer besser, so dass es ein vergnüglicher Abend wurde. Gegen 23.00 Uhr gingen wir ins Bett und schliefen auch schnell ein. 

16.09.2008 

Wieder erwachten wir früh und frühstückten in aller Ruhe. Tom und Maureen waren auch schon wach und wir hielten erstmal ein kleines Pläuschchen.

Wir wollten heute nach Vernon fahren und zu WalMart gehen. Dort kann man eine Angellizenz und natürlich auch Angeln kaufen. Helmut wollte nämlich endlich einmal angeln.

Nachdem wir alles abfahrbereit gemacht hatten, fuhren wir los. Zuerst fuhren wir auf eine Tankstelle und fragten nach dem genauen Weg. Die freundliche Kassiererin erklärte ihn uns sehr genau und malte sogar noch einen kleinen Straßenplan auf. Trotzdem fanden wir WalMart nicht sofort. Was wir aber fanden, war ein deutscher Metzger. Kurzerhand hielten wir an und genehmigten uns zwei leckere Frikadellen. Außerdem kauften wir Thüringer Bratwürste, die wir am Abend zusammen mit Tom und Maureen grillen wollten. Nach diesem kleinen Stop fanden wir dann WalMart doch noch und machten uns auf die Suche nach einer preiswerten Angel. Diese war dann auch schnell gefunden. Für das Angelset zusammen mit zwei Blinkern zahlten wir ca. 50 Dollar. Die Angellizenz kostete für 8 Tage in B.C. 37,80 Dollar. Das war uns das Vergnügen wert! Also alles schnell eingepackt und zurück zu unserem Stellplatz.

Dort wurde die Angel zusammengebaut und los gings! Schließlich standen wir ja direkt am See und das sollte ausgenutzt werden. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. An diesem Nachmittag angelte Helmut 3 Kokanee´s (Süsswasserlachse). Da zwei aber untermaßig waren, ließ er die beiden wieder frei. Den Dritten allerdings wollten wir uns abends schmecken lassen. Maureen und Tom waren auch von ihren Unternehmungen zurück und das Barbeque konnte beginnen. Tom holte seinen professionellen Gasgrill heraus und hatte natürlich auch ein passendes Rost für den Fisch. Dazu gab es Salat , Brot und Maureen brachte noch Shrimps mit. Das Essen inklusive des Fisches war köstlich und es war ein ausgesprochen vergnüglicher Abend. Die Unterhaltung klappte trotz der manchmal fehlenden Vokabeln sehr gut und wir hatten den Eindruck, als würden wir uns bereits ewig kennen.

Wir beschlossen, mit den beiden zusammen am nächten Tag nach Osoyoos, nahe der US-Amerikanischen Grenze, zu fahren. Dort kennen die beiden einen sehr schönen Campground genau am Osoyoos-Lake. Gegen 23.00 Uhr waren wir aber doch müde und lösten die Runde auf. Schnell war alles aufgeräumt und wir gingen ins Bett. Wieder war ein sehr schöner Tag zu Ende gegangen. 

17.09.2008

Am nächsten Morgen wachte Helmut sehr früh auf und ging noch einmal an den See, um zu angeln. Er fing leider nur einen zu kleinen Kokanee, den er zurücksetze. Gegen 9.00 Uhr frühstückten wir, danach packten wir alles zusammen, da wir ja heute zusammen mit Tom und Maureen nach Osoyoos fahren wollten.

Um 10.30 Uhr war alles fertig und es ging los. Wir fuhren den Hwy. 97 bis Kelowna. Dort wollten Tom und Maureen zusammen mit uns in einen Supermarkt, ähnlich der Metro, gehen. Tom und Maureen, die ja bereits mit Mitte 50 Rentner sind, haben für diesen Markt eine Mitgliedskarte. Die Preise und auch die Qualität in diesem Markt waren wirklich sehr gut. Wir erstanden einige Superschnäppchen und auf Tom`s Rat hin, sehr gute Steaks.

Nach dem Einkauf ging die Fahrt weiter über Penticton und Oliver nach Osoyoos. Die Landschaft wird hier von Weinbergen und Obstplantagen geprägt und man hat das Gefühl, man ist in Kalifornien. Die Sonne strahlte vom Himmel und die Außentemperatur betrug 28 Grad. Wir fuhren auf den Campground Nk`mip (gesprochen: Inkameep), der am Ende von Osoyoos in einem Indianerreservat liegt. Wir bekamen zwei nebeneinanderliegende Plätze (36,-- $ pro Nacht mit "Full-Hoock up" -Strom, Wasser und Dump am Stellplatz-) direkt am See.

Maureen und Tom freuten sich, dass wir zwei Tage hier bleiben wollten. Nachdem das Womo an alle Versorgungsleitungen angeschlossen war, gingen wir erstmal alle Baden. Abends grillten wir unsere leckeren Steaks und saßen noch lange draußen und genossen den warmen Sommerabend. Gegen 23.30 Uhr gingen wir dann aber doch ins Bett, da der aufregende Tag uns sehr müde gemacht hatte. 

18.09.2008 

Wir wachten wieder gegen 7.30 Uhr auf und frühstückten. Tom und Maureen wollten heute eigentlich ein paar Freunde besuchen, die ebenfalls auf diesem Campground sein sollten. Tom legte uns einfach den Autoschlüssel für seinen 6 Meter langen Pickup (Ford F 350, 8-Zylinder-Diesel mit 325 PS) hin. Wir sollten eine Ausfahrt mit seinem Wagen machen, damit wir nicht mit unserem Womo los mussten. Wir waren sprachlos. Diese beiden kannten uns erst 3 Tage und vertrauten uns, wie alte Freunde. Wir waren von dieser Herzlichkeit überwältigt.

Vorerst wollten wir aber im Womo noch einige Dinge erledigen und dabei überlegen, ob wir Toms Angebot wirklich annehmen sollten. Da die Beiden nach kurzer Zeit zurück waren, erledigte sich die ganze Sache von alleine. Sie hatten ihre Freunde nicht angetroffen und so hatten sie Zeit, uns die Umgebung zu zeigen. Also alles einsteigen und los ging es.

Wir fuhren in eine Vinery mit angrenzendem Museum für indianische Kunst und machten noch einen Stadtbummel in Osoyoos. Wir wollten die beiden zu einem kleinen Imbis einladen. Sie schlugen vor, bei Tim Hortens reinzuschauen, da es dort immer sehr gute Bagels geben würde. Diese brauchten wir heute zum Abendessen, da wir zum Abschied noch ein Essen mit Räucherlachs planten. Bei Tim Hortens kam dann natürlich wieder alles anders. Tom übernahm die Bestellung und er ließ es sich auch trotz der Diskussionen mit mir nicht nehmen, die Rechnung zu zahlen. Wie sollten wir das alles wieder gut machen?

Nach einem guten Lunch mit Sandwich und Kaffee, der bei Tim Hortens wirklich sehr gut schmeckt, ging es zurück auf den Platz. Es war wieder superwarm und ich ging erstmal schwimmen. Den Nachmittag nutzte ich zum Wäschewaschen, da der Campground auch einen sehr sauberen Waschsalon hatte. Überhaupt war auf diesem Campground alles sehr ordentlich und gepflegt.

Am Abend machten wir dann unser Abschiedsessen. Wir hatten eine große Packung Sockey Lachs, die wir zusammen mit Tom und Maureen verspeisen wollten. Dazu gab es Bagels mit Frischkäse und Tom hatte noch schnell einen Shrimps Salat gemacht. Sehr lecker!!!!!! 



Nachdem wir alle satt waren, planten Tom und Maureen noch unsere weitere Reise mit uns. Wir schauten im Internet die Wettervorhersagen für Vancouver Island und Vancouver an, die leider nicht so toll waren. Aber es nützt ja nichts! Wir wollen noch nach Vancouver Island, da dies noch ein Hauptteil unserer Reise ist. Wetter kann man nicht buchen und schließlich haben wir, seit wir in Kanada sind, soviel Glück mit dem Wetter, wie wir beide es uns nicht zu hoffen gewagt hatten. Außer dem einen Tag mit etwas Regen und am Abend Schneefall auf dem Icefield Parkway hatten wir bisher super Wetter. Jeden Tag schien die Sonne und es war tagsüber immer schön warm.
Wir saßen an diesem Abend noch lange bei Tom und Maureen im Trailer und beratschlagten, welche Tour wir zuerst machen sollten. Sollten wir erst nach Victoria im Süden der Insel oder erst nach Tofino an die Westküste? Da keiner eine Antwort dafür hatte, beschlossen wir, die Entscheidung vom tatsächlichen Wetter abhängig zu machen. Gegen 23.30 Uhr gingen wir in unser Womo und fielen wieder mal todmüde ins Bett.

19.09.2009 

Gegen 7.30 Uhr wachten wir wieder auf und frühstückten. Danach packten wir alles sorgsam ein, da wir heute ja los wollten. Nachdem wir noch Erinnerungsfotos von uns Vieren geschossen hatten, verabschiedeten wir uns ein bischen traurig von diesen beiden lieben Menschen und fuhren gegen 10.30 Uhr los. Natürlich versprachen wir uns gegenseitig, den Kontakt aufrechtzuerhalten, was ja im Zeitalter von Email und Internet kein Problem mehr ist. 

Unser heutiger Weg soll uns bis nach Hope führen. Wir fuhren, nachdem wir auch den Gastank in unserem Womo einmal aufgefüllt haben, noch auf eine Tankstelle und füllten den Tank voll. Der Weg führte uns auf dem Hwy. 3 (Crowsnest Hwy.) durch den Manning Park bis nach Hope. Die Landschaft wechselte von Prärie wieder in das Kanada, welches wir bereits kannten. Berge, dichte Wälder und viele Flüsse, eben so, wie sich jeder Kanada vorstellt. In Keremeos hielten wir noch kurz an und kauften an einem der zahlreichen Obststände herrliche Pfirsiche. Die Stände sind wirklich einen Stop wert und man sollte sich die Zeit nehmen, frisches Obst und Gemüse einzukaufen, das direkt von den dortigen Plantagen kommt. 

Gegen 15.00 Uhr erreichten wir Hope. Der Hope Valley Campground war schnell gefunden und wir bekamen einen guten Platz mit Wasser- und Stromanschluß für 28,-- $.

Da der Tag noch jung war, beschlossen wir, noch eine kleine Wanderung zu machen. Unser Ziel waren die Othello Tunnels über dem Coquihalla River. Hier kann man durch drei ehemalige Eisenbahntunnel gehen. Zwischen diesen Tunnels hat man dann spektakuläre Ausblicke auf den Coquihalla Canyon, in dem der gleichnamige River fließt.

Da das Wetter immer noch gut war, liessen wir uns Zeit und machten eine Menge Fotos. Gegen 18.30 Uhr waren wir dann wieder auf unseren Campground und machten erstmal das Feuer an. Es gab heute Bratkartoffeln mit Ei aus der Grillpfanne, die wir über dem offenen Feuer erhitzten. Es war wieder mal lecker!! Den Abend verbrachten wir dann mit Reiseberichtschreiben und lesen. 

Außerdem überlegten wir, ob wir morgen doch noch etwas in Hope bleiben wollten, da man hier im Kawkawa Lake recht gut angeln können soll. Außerdem hat man auch die Möglichkeit, Gold zu waschen oder auf den Spuren von Rambo zu wandern, da der erste Rambo-Film in dieser Stadt gedreht wurde. Mal sehen, wie es morgen weiter geht. Auf jeden Fall wollen wir morgen unser Tagesziel Victoria auf Vancouver Island erreichen. 

20.09.2008 

Wie mittlerweile gewohnt, stehen wir pünktlich auf. Nach dem Frühstück packen wir zügig zusammen, da wir ja heute noch bis Victoria auf Vancouver Island kommen wollen.

Vorher müssen wir aber noch nach Hope hineinfahren, um zu tanken. Außerdem möchte Verena noch ein paar Postkarten einstecken, die wir schon einige Tage spazieren fahren. Alles ist schnell erledigt und wir können Hope verlassen.

Leider ist dies einfacher gesagt, als getan. Trotz oder vielleicht auch wegen unseres gemieten Navigationsgerätes verfahren wir uns ständig. Es dauert fast eine Stunde und 80 km bis wir endlich auf dem richtigen Weg sind. Dementsprechend ist die Stimmung. Wir brauchen beide etwas Zeit, um uns wieder einzukriegen. Aber schnell ist alles wieder ok und wir sind wieder gut drauf.

Je näher wir nach Vancouver kommen umso schlechter wird das Wetter. Hatten wir in Hope nur tiefhängende Wolken, so regnete es in Abbotsford sogar. Wir lassen uns die Stimmung nicht wieder vermiesen und beschliessen bei Tim Hortens einzukehren, um einen Kaffee zu trinken. Hier schmeckt der Kaffee wirklich gut und es gibt weitere Leckereien zu kaufen. Wir entschließen uns für eine Suppentasse mit Chili (sehr lecker), einem Brötchen und einem Kaffee für 4,95 $. Satt und durch den kleinen Stop erfrischt, setzen wir unsere Fahrt Richtung Vancouver fort.

Zügig erreichen wir die ersten Hinweisschilder von BC Ferries und folgen ihnen bis nach Tsawwassen. Dort buchen wir ein Roundticket, da wir bei unserer Rückreise noch weitere zwei Fähren nutzen müssen, für insgesamt 278,--$. Nach kurzer Wartezeit geht es auf die Fähre und um 15.00 Uhr legen wir ab.

Die Fähre ist riesig groß und hat mehrere Decks. Leider kann man nicht auf einem offenen Deck die Reise genießen, sondern muss drinnen bleiben. Es gibt eine Reihe von Shops und natürlich ist auch ein Fastfood-Restaurant an Bord. Für die Zocker ist auch gesorgt, denn die Fähre hat auch etliche Spielautomaten. Die Fahrt geht über die Strait of Georgia und dann entlang der vielen kleinen vorgelagerten Inseln vor Vancouver Island. Leider hängen dichte Wolken am Himmel, so dass die schönen Farben, die hier bei strahlenden Sonnenschein sicherlich vorherrschen, nicht so richtig rauskommen. Trotzdem geniessen wir die Fahrt, die insgesamt ca. 1 h 40 m dauert. 

Das Ausfahren aus der Fähre ist wieder problemlos und schon befinden wir uns auf dem Hwy. 17 in Richtung Victoria, der Hauptstadt von British Columbia. Dank der guten Wegbeschreibung von Maureen und Tom finden wir unseren Campground, den Fort Victoria RV Park, problemlos.

Maureen hatte ja netterweise bereits telefonisch einen Platz für uns reservieren lassen, so dass wir einen guten Stellplatz mit allen Anschlüssen bekommen (36,--$ pro Nacht). Wireless Internet kostet für 24 Std. 2,-- $ extra, ist aber super langsam. Der Platz hat keinen Firepit und ist auch nicht so großzügig, wie die Plätze, die wir auf dem Festland kennengelernt hatten. Aber für zwei Nächte geht natürlich alles! Wir parken unser WOMO ein und beschließen mit dem City-Bus in die Stadt zu fahren. An der Reception hatten wir einen Fahrplan und auch eine Wegbeschreibung erhalten, wie wir zur Bushaltestelle kommen. Also los gings!

Leider verwechselte Verena wieder mal links und rechts und wir liefen in die falsche Richtung. Wir bemerkten unseren Fehler nach ca. 1,5 km und fragten nach dem Weg. Uns wurde erklärt, dass wir in der völlig falschen Richtung unterwegs waren. Also, den ganzen Weg wieder zurück und das ganze in die andere Richtung nochmal. Durch diesen unfreiwilligen Spaziergang verloren wir fast 45 Minuten Zeit. Helmut nörgelte, da er wieder mal Hunger hatte. Schließlich erreichten wir gegen 20.00 Uhr die Innenstandt von Victoria. Es wimmelte hier von Menschen unterschiedlichster Herkunft. Es fiel auf, dass besonders viele junge Menschen unterwegs waren. Die Restaurants und Kneipen waren gut besucht und wir beschlossen erstmal in Richtung Hafen zu gehen, um dort vielleicht irgendwo Fish and Chips zu essen. Leider verlaufen wir uns dank Verena´s Orientierungssinn wieder leicht.

Aber schließlich erreichen wir den Hafen dann doch. Der Hafen von Victoria ist klein und überschaubar. Er ist geprägt von dem abends hell erleuchteten Parlamentsgebäude und dem wunderschönen alten Empress Hotel. Wir bummeln entlang der Hafenpromenade, wo unzählige Souvenierstände und Kleinkünstler zu bestaunen sind. Schließlich setzt sich der Hunger doch durch und wir machen uns auf die Suche nach etwas Essbarem. Da wir keinen Fish and Chips-Imbiss finden, entschließen wir uns, zu McDonalds zu gehen. Dieser befand sich an der Haltestelle, wo wir zuvor ausgestiegen waren. Also machten wir uns auf den Weg.

Als wir bei McDonalds ankommen, sind wir über diesen Laden wirklich entsetzt. Wir kennen McDonalds eigentlich nur als recht sauber und ordentlich. Was wir hier vorfanden, war ein echter Sauladen. Sämtliche Tische waren total mit alten Tabletts und Dreck übersäht. Auf dem Fußboden klebte man fast fest und in dem Laden waren auch wirklich nur merkwürdige Gestalten. Nein, hier wollten wir keine Hamburger essen. Also wieder weiter. Wir gingen den Weg wieder zurück und fanden letztlich noch ein China Restaurant, in dem noch ein Platz frei war. Warum wohl? Das war ja wohl der schlechteste Chinese, bei dem wir je waren. Das Essen war nicht so doll und die Getränke wurden von dem konfusen Kellner völlig vergessen. Also das Essen schnell rein und wieder raus. Wir hatten genug!

Wir gingen zur Bushaltestelle - Gott sei dank kam der Bus schnell - und wir fuhren zurück. Auf dem Weg von der Bushaltestelle verliefen wir uns dann nochmals, diesmal aber aufgrund des Orientierungssinns von Helmut. Gegen 23.45 Uhr kamen wir endlich wieder in unserem Womo an und waren ganz schön kaputt. Nachdem wir dann noch einige Zeit in das super langsame Internet geschaut hatten, gingen wir müde ins Bett. 

21.09.2008 

Verschlafen!!!! Gegen 10.00 Uhr wachen wir auf. Das war ja in diesem Urlaub noch nie passiert. Jetzt aber hoch und schnell gefrühstückt. Wir wollen heute an das Meer fahren und uns etwas von dem stressigen Tag gestern erholen.

Gegen 11.30 Uhr geht es los. Natürlich findet unser Navi mal wieder nicht die richtigen Straßen. Erst nach mehreren Neustarts hat es die Straße, die Verena aus dem Stadtplan eingegeben hat, gefunden. Dieses Ding ist die 5,-- $ am Tag Mietgebühr wirklich nicht wert. Mehrfach auf dieser Reise hat es Straßen nicht gefunden oder man konnte es nicht mehr bedienen, da die Touchfunktion ausgefallen war. Wir würden heute von der Anmietung eines solchen Navis nur abraten!

Endlich, nach mehrfachem Verfahren, kommen wir in Oak Bay an. Es ist wirklich sehr schön hier. Es sind nur wenige Leute unterwegs, die Sonne scheint und wir geniessen den Tag am Meer. Helmut macht eine Menge Fotos und Verena schaut einfach nur so auf´s Meer hinaus.

Zwischendurch bekommen wir noch eine Flugshow der Luftwaffe geboten, die bei dem strahlenden Himmel wirklich spektakulär aussieht. Später geniessen wir in unserem Womo Capuccino und die Apfeltaschen, die wir noch vom Vortag von Tim Hortens hatten. Verena machte sie kurz im Backofen warm und sie schmeckten köstlich. Auf dem Rückweg machten wir noch einen kurzen Abstecher in eine Einkaufsmal. Wir fanden aber nichts Schönes und so machten wir uns auf den Heimweg. Abends wurden dann leckere Hamburger gebraten. Nach dem Essen wurde dann wieder mal der Reisebericht geschrieben. 

Treibholz am Stand von Oak Bay

22.09.2008 

Aufstehen um 7.30 Uhr, frühstücken und alles für die Abfahrt fertig machen. Verena geht vorher noch schnell telefonieren. Als sie wieder in den Wagen einsteigt, merkt sie auf einmal einen Stich im Bauch - eine Wespe war ihr wohl unter das T-Shirt geflogen und hatte sie nun gestochen. So ein Mist! Der Stich brannte und tat höllisch weh. Normalerweise hilft es ja, wenn man eine aufgeschnittene Zwiebel auf den Stich hält. Leider hatten wir unsere letzte Zwiebel aber gestern abend zu den Hamburgern verbraucht. Also nur kühlen und hoffen, dass der Schmerz bald nachläßt. Toller Start!


Unser heutiges Tagesziel sollte Tofino sein. Wir wollten uns Zeit lassen und nicht hetzen. Wir fuhren aus Victoria heraus in Richtung Nanaimo. In Duncan füllten wir nochmal unsere Vorräte in einem sehr schönen Safeway-Markt auf. Weiter ging es bis Nanaimo, wo wir in einer Deutschen Bäckerei noch Brötchen kaufen wollten. Die Bäckerei war dann aber recht enttäuschend. Derartig kleine Brötchen gab es selbst in Deutschland nicht zu kaufen. Sie waren zwar nicht sehr teuer aber sie sahen wirklich kümmerlich aus. Aber gut, hilft ja nichts - man kann ja vielleicht eins mehr essen.


Weiter ging es über Port Alberni, wo wir bei McDonalds zu Mittag aßen. Außerdem machten wir nach dem Essen noch einen kleinen Spaziergang zu dem großen Dodge-Autohändler, wo Helmut sich die endlich die Autos, besonders die großen Pick-Ups, ansehen wollte. Den ganzen Urlaub hatte er nun schon von diesen Autos geschwärmt, da war es nur natürlich, dass wir uns mal bei einem Händler umsahen. Schnell kam ein sehr freundlicher Verkäufer auf uns zu und sprach uns an. Wir klärten ihn sofort auf, dass wir nur Touristen aus Deutschland sind, die einfach nur die Autos bewundern wollten. Er war wirklich sehr nett und zeigte uns die schönsten Modelle seines Platzes. Wir durften Probesitzen und unterhielten uns wirklich sehr nett mit ihm.



Danach ging unsere Fahrt weiter bis nach Tofino. Die Straße über die Berge war teilweise sehr schlecht, so dass wir ordentlich durchgeschüttelt wurden. Aufgrund von einigen Baustellen zog sich die Fahrt recht lange hin. Kurz vor Tofino zeigte ein Schild nach links auf einen Parkplatz zum Long Beach.

Wir parkten unser Womo und gingen ersteinmal an den Strand. Es herrschte starker Wind aber die Luft war nicht so kalt. Es wurden ein Paar Fotos gemacht und weiter gings.

Zwischenzeitlich hatte Verena auch ihre Kollegin Renate telefonisch erreicht, die wir in Tofino treffen wollten. Renate und Jürgen hatten vor einigen Jahren in Tofino ein Haus gebaut und machten hier Urlaub. Wir verabredeten uns mit den beiden an unserem Campground, den wir ja bereits telefonisch gebucht hatten.

Gegen 17.30 Uhr kamen wir auf dem Bella Pacifica Campground in Tofino an. Wir wollten hier vier Nächte bleiben und zahlten dafür 96,-- $. Wir hatten uns Platz 27 ausgesucht, weil der den besten Meerblick bot. Wir hatten Full-Hookup und einen Firepit am Platz, so dass wir an der Reception auch gleich noch ein Bundle Holz für 5,--$ kauften.

Bella Pacifica Campground

Nachdem wir alles angeschlossen hatten, kamen auch schon Renate und Jürgen. Wir aßen schnell eine Kleinigkeit und starten dann zu einem kleinen Spaziergang, um den Sonnenuntergang am Strand anzusehen. Leider war der Weg zum Aussichtspunkt weiter als gedacht und die Sonne war schon untergegangen. Es war trotzdem ein schöner Spaziergang bei tollem Licht.

Später machten wir dann noch ein kleines Feuer und genossen den Abend und die unzähligen Sterne am Himmel. Renate und Jürgen verabschiedeten sich und wir gaben den beiden unsere Taschenlampe mit, damit sie den Weg zu Ihrem Auto wiederfinden konnten. Wir gingen gegen 22.30 Uhr in unser Womo, weil es dann doch kalt wurde. Es war ein anstrengender Tag. Wir gingen zeitig zu Bett und schliefen schnell ein.

23.09.2012

Aufstehen gegen 7.30 Uhr, frühstücken - alles wie gehabt. Wir waren gegen 10.00 Uhr mit Renate und Jürgen verabredet, mit denen wir einen Spaziergang am Strand machen wollten. Außerdem wollten wir uns heute über eine Whale-Watching-Tour und über einen Rundflug mit dem Wasserflugzeug von Tofino aus erkundigen.

Renate und Jürgen kamen pünktlich und hatten bereits einen Flug für uns vorgebucht. Es sollte gegen 11.30 Uhr losgehen. Der Preis für zwei Personen inkl. Tax war 165,-- $. Also vorher noch den Spaziergang am Strand, anschließend trafen wir um 11.30 Uhr bei Tofino Air im kleinen Hafen ein.

Drei Wasserflugzeuge lagen dort im Hafen; ein junger Mann sollte unser Pilot sein. Also schnell bezahlt und bevor wir überhaupt überlegen konnten, ging es schon los. Helmut konnte direkt neben dem Piloten sitzen. Ich saß hinter Helmut, außerdem kamen noch drei weitere Fluggäste mit an Bord. Das Flugzeug startete und wir waren überrascht, wie glatt der Start verlief. Nach einem guten Anlauf hob die Maschine vom Wasser ab und wir genossen die tolle Aussicht auf die vielen kleinen Inseln und die dahinterliegenden Berge.

Der Pilot stand wohl über Funk auch in Kontakt mit den Whale-Watching-Booten, denn auf einmal flog er eine tiefe Kurve und kreiste über einigen Booten. Wir sahen einen Wal bzw. seinen Blas. Es war ein tolles Erlebnis. In Cristal Cove setzten wir die anderen drei Passagiere ab und flogen zurück. Die Landung war ebenso geschmeidig wie der Start und wir bedankten uns bei unserem jungen Piloten für den tollen Flug. Dieser Flug ist ein weiteres Highlight unserer Reise und wird uns lange in Erinnerung bleiben.

Flug mit dem Wasserflugzeug Richtung Cristal Cove

Nach dem Flug buchten wir noch eine Whale-Watching-Tour für 15.00 Uhr für 69,-- $ pro Person. Wir hatten zwar Bedenken, dass das zuviele Eindrücke für einen Tag sein könnten, aber leider sollte sich das Wetter ändern und für morgen war starker Regen angesagt. Also wollten wir lieber auf der sicheren Seite sein und machten die Tour schon heute. Wir hatten noch etwas Zeit und besichtigten erstmal das Haus von Renate und Jürgen. Es war wirklich sehr schön und hatte eine tolle Aussicht auf das Meer. Danach brachten die Beiden uns zu unserem Womo und wir fuhren damit in die Stadt. Wir gingen an einem Imbiss Fish `n Chips essen. Super lecker!!!!! 

Gegen 14.45 Uhr trafen wir bei Seaside Adventure im Hafen ein. Wir mussten diese kleidsamen dicken orangefarbenen Überlebens-Overalls anziehen und fühlten uns wie die berühmten Micheline-Männchen. Also los gings. Wir waren ca. 12 Leute und hatten alle gut Platz auf dem Boot. Die Fahrt ging los und wir waren überrascht, wie hart das Boot über die Wellen sprang. Man hatte fast den Eindruck, man fährt mit einem hart gefederten Auto über eine sehr schlechte Straße. Wir hielten uns gut fest und genossen die Tour über das Meer. Nach einiger Zeit stoppte das Boot in der Nähe von kleinen Felseninseln. Hier lagen Seelöwen und aalten sich in der Sonne. Wir machten Fotos und nach einiger Zeit ging die Fahrt weiter. Natürlich wurden uns von dem freundlichen Guide immer ausreigende Erklärungen geliefert. Aufgrund unserer nicht so perfekten Englischkenntnisse verstanden wir aber nur die Hälfte. Macht nichts! Wir sahen dafür ja alles. Nach kurzer Fahrt stoppte das Boot erneut. Nun machte uns der Guide auf den Blas eines Wales aufmerksam. Leider zeigte sich dieser Wal nur kurz an der Oberfläche und tauchte dann wieder ab. Die Fahrt ging nochmal an eine andere Stelle. Hier waren nun zwei Wale zu bestaunen. Mehrmals sahen wir ihren Blas und ihre Rücken an der Oberfläche. Leider zeigten sie uns aber nicht ihre Flucke. Unser Boot fuhr nochmals ein kleines Stück weiter und wir kamen so auch etwas dichter an den einen Wal heran. Immer wieder konnten wir seinen Rücken an der Wasseroberfläche sehen. Als wir die Hoffnung schon aufgegeben hatten, zeigte er uns auch einmal kurz seine Flucke. Dies geschah so überraschend, dass Helmut seine Kamera leider nicht parat hatte. Schade! Auf so ein Foto hatte er doch so lange gewartet! Aber sei´s drum - die Hauptsache war doch, dass wir es gesehen hatte. Diesen Anblick werden wir bestimmt nicht wieder vergessen, auch wenn wir davon kein Foto haben! Die Zeit verging wie im Fluge und wir fuhren wieder Richtung Tofino zurück. Die Sonne war mittlerweile gar nicht mehr zu sehen und es wurde eine recht kühle Rückfahrt. Man merkte, dass das Wetter sich änderte, der Himmel war völlig bedeckt und unterwegs hatten wir sogar schon ein Paar Regentropfen abbekommen. In Tofino angekommen, schälten wir uns erstmal aus den dicken Anzügen. Im Nachhinein waren wir doch froh, sie angehabt zu haben. Obwohl wir dicke Jacken anhatten, hätten wir sonst auf der Bootsfahrt doch jämmerlich gefroren. Wir waren nur froh, dass wir unsere Mützen mithatten, den der Wind auf dem Meer war wirklich kalt. Mit vor Kälte tränenden Augen und laufenden Nasen kamen wir wieder an unserem Womo an und fuhren zu unserem Campground. Erstmal machten wir uns heißen Tee und entspannten ein wenig. Was für ein aufregender Tag! Erst der Rundflug und dann die Whale-Whatching-Tour. Mehr geht an einem Tag wirklich nicht. Helmut sichtete am Computer schon mal die Fotoausbeute des heutigen Tages. Wie fast immer war er nicht ganz zufrieden, aber das gehört wohl dazu. Ich fand die Fotos toll und wir werden uns an ihnen noch oft erfreuen können. 

Mittlerweile war es 18.00 Uhr und wir mussten uns fertig machen, da wir mit Renate und Jürgen zum Abendessen verabredet waren. Um 19.00 Uhr sollten wir im Restaurant "Schooner" sein. Also kurz restaurieren und los geht´s. Wir waren pünktlich da und genossen den Abend bei einem sehr leckeren Abendessen. Es war ein würdiger Abschluss für diesen tollen Tag, den wir beide nie vergessen werden. Gegen 22.00 Uhr waren wir dann wieder auf unserem Campground und gingen dann auch zeitig ins Bett. Soviel Aufregung macht dann doch müde und wir schliefen schnell ein.

24.09.2008 

In der Nacht hat der Regen angefangen. Wir wachen gegen 8.30 Uhr auf und schauen aus dem Fenster. Alles ist grau in grau und auch ein Blick auf das Meer gibt keine andere Erkenntnis, als dass mit Sonne heute wohl nicht mehr zu rechnen ist. Zuerst duschen wir mal. Vielleicht ändert sich das Wetter ja doch noch. Aber weit gefehlt, es wird noch schlechter. Es regnet ohne unterlass - mal fieser feiner Sprühregen und dann wieder richtiges kübeln, wie aus Eimern. Das wird heute wohl nichts mit irgendwelchen Aktivitäten. Ich mache mich ans Schreiben des Reiseberichtes und Helmut liest in seinen Autozeitschriften.

Gegen 13.00 Uhr bekommen wir Besuch von Renate und Jürgen. Sie wollen uns zu einem Spaziergang abholen. Die beiden sind von oben bis unten in wasserdichte Kleidung gehüllt. Nein, wir kommen nicht mit. Wir haben zwar sehr gute wasserdichte Jacken - aber Regenhosen haben wir nicht dabei. Die beiden gehen alleine los und wir verabreden uns für den morgigen Tag - falls wir nicht aufgrund des Regens vorzeitig abfahren.

Plötzlich bekommen wir neue Nachbarn. Neben unserem Womo parkt ein Mini-Wohnwagen, gezogen von einem uralten Pick-up, ein. Ein Mann und eine Frau machen sich im strömenden Regen daran, eine Art Vorzelt, eigentlich aber nur einen Pavillion, aufzustellen. Bei dem Regen sind die zwei in kürzester Zeit ziemlich nass. Wir schauen dem Schauspiel aus unserem gut geheizten Womo aus zu und haben Mitleid mit den beiden durchgeregneten Nachbarn. Ich koche kurzerhand eine Kanne heißen Tee und bringe sie den Beiden rüber.

Sie sind trotz des Regens gut gelaunt und stellen sich als Loretta und Sandy vor. Sie kommen aus Port Alberni und wollen ein Paar Tage in Tofino relaxen. Sie sind sehr nett und laden uns, nachdem sie Ihren Pavillion fertig haben, zu einem Bier ein. Sie haben einen Lagerfeuertopf aus Terracotta, der mit Gas betrieben wird dabei, den sie sogar unter dem Pavillion benutzen können. Über der Heizspirale, aus der die Flammen heraustreten, befinden sich Lavasteine und unechte Holzscheite. So sitzen wir beim Lagerfeuer im Pavillion, trinken Bier und halten Smaltalk. Wir sind wieder überrascht über die Herzlichkeit der Kanadier. 

Gegen Nachmittag haben wir kurz den Eindruck, dass der Regen etwas nachgelassen hat. Schnell ziehen wir uns für einen Spaziergang an und gehen runter zum Strand. Als wir fast bis zum Ende des Strandes gekommen sind, haut der Regen erneut los, so dass wir innerhalb kürzester Zeit völlig durchnäßt sind. Zwar halten unsere Regenjacken dicht, aber unsere Jeans sind so nass, dass wir sie im Womo erstmal zum Trocknen aufhängen müssen. Es dauert dann auch zwei Tage, bis diese Hosen wieder völlig trocken waren.

Das war´s dann auch - zu mehr Aktivitäten hatten wir an diesem verregneten Tag keine Lust mehr. Gegen 20.00 Uhr gingen wir nur noch einmal kurz zum Telefon, da heute - in Deutschland war ja bereits der 25.09. - unser Sohn Dennis Geburtstag hat. Wir wollten ihn mit einem Geburtstagsanruf wecken, da er ja früh aufstehen muss, um zur Arbeit zu fahren. Gott sei Dank regnete es gerade nicht, so dass wir diesen Anruf trockenen Fusses verrichten können.

Den restlichen Abend vertrieben wir uns die Zeit mit Lesen und Schreiben dieses Reiseberichtes. Sollte das Wetter morgen früh nicht entscheidend besser sein, würden wir abfahren.

Gegen 22.30 Uhr gingen wir ins Bett. Die Nacht war schrecklich. Es regnete und stürmte die ganze Nacht, wir machten kaum ein Auge zu. Der Regen trommelte so laut auf das Womo, dass an Schlafen überhaupt nicht zu denken war. Ja, Tofino ist eben umgeben von Regenwald, jetzt wußten wir warum! 

25.09.2008 

Es hatte aufgehört zu regnen. Wir konnten es kaum glauben. Nach dem Aufstehen und Frühstücken zur üblichen Zeit zogen wir uns unsere Jacken über und machten einen Spaziergang am Strand. Einen kurzen Regenguß bekamen wir noch ab, aber dann riß der Himmel auf und die Sonne strahlte vom Himmel. Toll! Nun konnten wir doch, wie geplant, noch einen Tag hier bleiben.

Als wir gerade wieder bei unserem Womo ankommen, stehen Renate und Jürgen vor uns. Sie wollen uns zu einem Spaziergang am Wikannanish Beach abholen. Also los gehts! Wir fahren den kurzen Weg bis zum Parkplatz und dann gehen wir einen kleinen Trail durch den Regenwald. Alle Wege sind hier sogenannte Bordwalks, d.h., man geht über Holzbohlen, die durch den Wald verlegt worden sind. Natürlich sind diese Wege wieder kostenlos, worüber wir sehr erstaunt sind.

Renate und Jürgen haben leider nicht soviel Zeit, so dass wir den Spaziergang etwas abkürzen müssen. Die Beiden bringen uns wieder zu unserem Womo und wir beschliessen, eine Fahrt zum Long Beach zu machen. Da möchte Helmut Strandfotos machen. Mittlerweile scheint die Sonne und vom Regen des Vortages ist nichts mehr zu sehen. Wir machen einen langen Spaziergang am Long Beach und Helmut macht reichlich Fotos von dem vielen Treibgut, das an diesem Strand liegt.

Danach fahren wir nach Tofino, um an der gleichen Fischbude, wie vorgestern, einen Heilbutt-Burger zu essen. Er ist wirklich super-lecker und nur zu empfehlen. Danach schlendern wir zum Hafen und Helmut macht einige Fotos von dem Flugzeug, mit dem wir vorgestern geflogen waren. Mit dem blauen Himmel im Hintergrund sieht Tofino wirklich sehr schön aus.

Am späten Nachmittag fahren wir dann, nachdem wir noch einige Lebensmittel und Bier (6 Dosen für 15,-- $!!!) eingekauft haben, zurück zu unserem Campground. Dort angekommen, gingen wir wieder zum Strand, da wir zusammen mit unseren Nachbarn Sandy und Loretta und deren inzwischen mit einem Riesentrailer angekommenen Freunden Bob und Lorain den Sonnenuntergang ansehen wollten. Wir saßen dann an der Wasserlinie und bewunderten das tolle Licht, in das die untergehende Sonne die Landschaft tauchte. Es war grandios. Zwischenzeitlich mußte ich wenigstens einmal probieren, wie kalt das Wasser ist. Ich ging barfuß in den Ozean - allerdings nur für eine Sekunde. Das Wasser war so kalt an den Füssen, dass es schon wehtat. Nee, zum Baden war das hier wirklich nicht geeignet, das merkte ich jetzt deutlich. 

Für den Abend hatten wir eine Einladung zu einem kanadischen Dinner bei Loraine und Bob erhalten, die wir gerne annahmen. Es gab Truthahn mit Kartoffeln, Karotten und eine Art Brotteig mit Zwiebeln und verschiedenen Gewürzen. Es war alles sehr lecker und wir unterhielten uns prächtig. Wieder ging ein toller Tag zu Ende und wir fiehlen müde ins Bett.

Sonnenuntergang am McKenzie Beach

26.09.2008 

Wie gewöhnlich wachten wir gegen 8.30 Uhr auf und frühstückten. Heute wollten wir abfahren, natürlich nicht, ohne vorher nochmal bei Renate und Jürgen reinzuschauen, um uns von den Beiden zu verabschieden.

Als erstes aber verschiedeten wir uns von unseren kanadischen Nachbarn. Wieder wurden Adressen ausgetauscht und wir versprachen, uns zu melden, was wir auch ganz bestimmt machen werden.

Danach ging es dann zu Renate und Jürgen und auch hier verabschiedeten wir uns herzlich von den beiden. Renate würde ich ja bald in der Firma wiedersehen. 

Unsere Fahrt ging dann gegen 11.30 Uhr los in Richtung Port Alberni. Dort aßen wir Mittag bei Boston Pizza. Die Pizza war lecker, aber das ganze Essen dauerte doch länger als gedacht. Das Wetter war wieder mal nicht so toll. Immer wieder regnete es und wir kamen nicht so schnell voran, wie gedacht. Am Cathedral Cove stoppten wir noch, um uns die bis zu 800 Jahre alten Riesen-Bäume anzusehen. Es sind wirklich Giganten und Helmut machte wieder tolle Fotos.

Unsere Fahrt ging weiter in Richtung Qualicum Beach und weiter nach Comox. Hier wollten wir am nächsten Tag die Fähre zurück auf das kanadische Festland, nach Powel River, nehmen. Wir folgten einem Schild zum Seal Beach RV Campground und fanden dort einen wunderschönen Platz mitten im Wald. Der Platz hatte Full-Hookup und WiFi für 28.,-- $. Abends machte ich uns nur eine Kleinigkeit zu essen, da wir von der Pizza am Nachmittag immer noch gut gesättigt waren. Den Abend verbrachten wir dann mit Internetsurfen und lesen. 


27.09.2008 

Heute sollte es mit der Fähre zurück auf das Festland gehen. Wir frühstückten in aller Ruhe und verstauten langsam alles, damit wir starten konnten. Ich schaute noch kurz auf den Fahrplan, wann denn wohl die nächste Fähre fahren würde. Toll, vor genau 5 Minuten war die Fähre abgefahren und die nächste würde jetzt erst wieder heute nachmittag um 15.00 Uhr fahren. Super Timing!!! Also fuhren wir erstmal nach Comox, wo Helmut sich gerne noch bei einem Chevrolet-Autohändler etwas umsehen wollte. Außerdem gingen wir noch zu Safeway und kauften einige Lebensmittel ein.

Als wir damit fertig waren, fuhren wir zu einem RV-Dealer - oder auch Womo-Händler genannt. Der freundliche Verkäufer zeigte uns die großen 5th-Wheell-Trailer und wir verliebten uns in diese tollen Dinger. Es sind wirklich Häuser auf Rädern, mit allem drin, was das angenehme Leben so braucht. Toll, wir sind schwer beeindruckt. Wir bekommen noch ein paar Prospekte mit und machen uns auf den Weg zur Fähre.

Nach kurzer Wartezeit geht es dann auch schon los und wir fahren zurück auf das Festland. Die Fahrt ist bei diesem Superwetter natürlich toll und wir verbringen die Zeit auf Deck. In Powel River angekommen, versuchen wir unser Glück auf dem Willingdone Beach Campground direkt am Strand. Wir haben Glück und bekommen einen tollen Platz mit Strom für 24,-- $. Abends machen wir ein Lagerfeuer und grillen darauf Hamburger. Unsere Nachbarn, ebenfalls Deutsche, kommen dann noch zum Bier herüber. Wir sitzen lange zusammen und geniessen den schönen Abend mit den unzähligen Sternen am Himmel. Gegen 23.30 Uhr wird es uns dann aber doch zu kalt und wir gehen hinein. Unsere Nachbarn wollen morgen früh die Fähre nach Vancouver Island nehmen und wir verabschieden uns von ihnen, nicht, ohne natürlich auch die Emailadressen auszutauschen.

Stellplatz am Willingdone Beach

28.09.2008 

Wir wachen rechtzeitig auf und schauen als erstes aus dem Fenster. Das Wetter ist super, die Sonne strahlt. Also Aufstehen und erstmal die Heizung an. Es ist morgens doch immer sehr kalt im Womo. Da wir gestern nicht mehr abgewaschen hatten, müssen wir erstmal etwas Geschirr für das Frühstück abwaschen.

Zwischenzeitlich ist Seenebel aufgezogen und die Sonne ist hinter dem Nebelschleier verschwunden. Der Nebel ist sehr dicht und auch etwas kühl. Das wird wohl etwas dauern, bis sich die Sonne wieder zeigt. Wir lassen uns Zeit und gehen nach dem Frühstück ersteinmal duschen. Für 1,-- $ kann man 4 Minuten herrlich heiß duschen.Die Duschen sind recht ordentlich, so dass wir das Duschen sehr geniessen. 

Helmut will sich heute nochmal um eine Angelgenehmigung bemühen. Diese Genehmigungen kauft man hier am besten im nächsten WalMart. Wir lassen uns von der netten Campgroundbesitzerin den Weg erklären und fahren los. Es ist immer noch neblig, so dass wir überhaupt keine Eile an den Tag legen müssen. Bei WalMart erledigen wir zügig die nötigen Formalitäten und kaufen auch noch ein paar Kleinigkeiten. Obwohl Sonntag ist, ist der Laden gut besucht. Für uns ist es immer noch etwas ungewöhnlich, am Sontag in einen Supermarkt zu gehen. Aber hier ist das ja völlig normal.

Neben WalMart befindet sich auch noch ein großer Safeway. Helmut will uns dort noch Appelfritters zum Kaffee besorgen und ich möchte in der Zwischenzeit einige Telefonate nach Deutschland erledigen.

Nach kurzer Zeit erscheint Helmut mit den Appelfritters, die wieder superlecker aussehen. Appelfritters sind vergleichbar mit unseren Apfeltaschen und sind hier überall zu haben. Wir fahren zurück zu unserem Campground und erledigen kurz noch das dumpen. Helmut hat ja mittlerweile Routine darin, so dass wir in kürzester Zeit fertig sind.

Helmut schnappt sich sogleich seine Angel und marschiert los in Richtung Bootssteg. Ich setze mich draußen an den Tisch und schreibe weiter am Reisebericht. Mittlerweile scheint die Sonne, der Nebel hat sich verzogen und der Himmel ist wolkenlos und tiefblau. Helmut ist nach 1 1/2 Stunden ohne Fisch wieder da. Er ist etwas enttäuscht, will aber heute Abend sein Glück nochmal versuchen. Wir trinken Tee und verspeisen unsere Appelfritters. Danach machen wir einen schönen Spaziergang auf dem Willigdone Beach Trail. Dieser Trail geht entlang des Meeres durch den Wald. Die Ausblicke auf das Meer sind fantastisch und der Wald ist ursprünglich und naturbelassen. Als besonderes Highlight wurden alte Werkzeuge bzw. alte Baumaschinen der Holzfäller entlang dieses Trails aufgestellt, so dass es eine Art Museumsstrail geworden ist. Die Beschreibungen auf den Hinweistafeln sind interessant und aufschlußreich. Es ist insgesamt alles sehr schön gemacht und natürlich wieder ohne Eintrittsgeld zu bestaunen.

Wir geniessen diesen tollen Spaziergang bei dem tollen Wetter und Helmut macht wieder eine Menge Fotos. Als wir zurückkommen ist es bereits 17.00 Uhr. Helmut geht noch einmal angeln und ich genieße die letzten Sonnenstrahlen beim Lesen. Zwischendurch blicke ich immer wieder auf´s Meer hinaus. Ein bisschen wehmütig wird mir bewußt, dass dieser tolle Urlaub langsam in die Endphase geht. Morgen werden wir nach Vancouver fahren, den Ausgangspunkt dieser tollen Reise. Natürlich werden wir uns die Stadt ansehen und auch noch darüber berichten, aber am Freitag heißt es dann für uns Abschied nehmen. 

Helmut kommt um 19.00 Uhr vom Angeln zurück. Leider wieder ohne Fisch. Gott sei Dank habe ich Steaks aufgetaut, denn wir wollen heute noch einmal grillen. Wahrscheinlich ist es das letzte Mal, dass wir ein Lagerfeuer machen und grillen können. Ab morgen werden wir auf dem Campground in Vancouver stehen - da ist bestimmt kein Lagerfeuer erlaubt. Das Essen schmeckt wieder sehr gut und wir sitzen dann noch eine ganze Zeit am Feuer. Wir verbrennen unser gesamtes Holz und schauen uns wieder die unzähligen Sterne am Himmel an. Als das Feuer fast ganz heruntergebrannt ist, gehen wir in´s Womo. Es ist wieder kalt und wir machen erstmal die Heizung an. Ich schreibe dann den Reisebericht vom heutigen Tag.

Sonnenuntergang am Willingdone Beach

29.09.2008 

Heute wachen wir erst gegen 9.00 Uhr auf. Die Sonne strahlt vom Himmel - es wird wieder ein besonders schöner Tag. Nach dem Frühstück packen wir schnell zusammen, da wir heute ja noch bis nach Vancouver fahren wollen. Gegen 10.30 Uhr fahren wir los.

Unsere Fahrt geht entlang des Meeres an einer wunderschönen Straße bis nach Saltery Bay. Hier müssen wir wieder eine Fähre nehmen. Die Tickets hierfür hatten wir ja bereits gekauft. Bei wunderschönem Wetter geht die Fahrt an vielen kleinen Inseln vorbei bis nach Earls Cove.

Hier fahren wir von der Fähre herunter und weiter geht es auf dem Hwy. 101 bis nach Langdale. Die Landschaft ist einfach wunderschön und wir geniessen die Fahrt. In Sechelt machen wir eine ausgedehnte Mittagspause und besuchen noch eine Gedenkstätte der Indianer mit schönen Totem Pols.

In Langdale nehmen wir dann die Fähre nach Horseshoe Bay. Die Fahrt mit der Fähre dauert ca. 1 Stunde und ging wieder entlang kleiner Inseln und Fjorde. In Horseshoe Bay angekommen, ging unsere Fahrt dann weiter in Richtung Vancouver. Leider ist dort inzwischen Rushourer, so dass der Verkehr mehrmals in´s Stocken gerät.

Gegen 17.30 Uhr kommen wir dann auf dem Burnaby Cariboo RV Park an. Da wir einen Platz reserviert haben, gibt es kein Problem. Der Platz ist sehr gut besucht, allerdings sind die Plätze klein und relativ eng. Auf diesem Platz herrscht eine Art von Endzeitstimmung, da viele Urlauber, so wie wir auch, hier ihre letzten Tage vor dem Rückflug nach Hause verbringen. Auch bei uns macht sich diese Stimmung etwas breit.

Wir bereuen, dass wir die Besichtigung von Vancouver an das Ende unserer Reise gelegt haben, denn eigentlich hat man nach so vielen Wochen Ruhe und Natur nicht so sehr viel Lust auf eine pulsierende Millionenstadt. Aber es nützt ja nichts, wir wollen einige Plätze in dieser Stadt besuchen.

An der Reception des Campgrounds kaufen wir Tageskarten für die gesamten öffentlichen Verkehrsmittel Vancouvers zum Preis von 9,-- $, denn morgen früh soll es gleich zeitig los gehen. Zum Abendessen gibt es nochmal Spaghetti. Unsere Vorräte sind nun fast aufgebraucht, so dass wir keine große Auswahl mehr haben. Gegen 23.00 Uhr gehen wir ins Bett. Es war doch ein langer Tag und wir sind wieder recht müde. 


30.09.2008 

Gegen 8.30 Uhr stehen wir auf. Die Nacht war schrecklich. Dieser Platz ist so laut, ein Alptraum!!! Die ganze Nacht hört man Autoverkehr und zusätzlich dazu fahren noch mehrmals lange Güterzüge ca. 20 Meter neben unserem Stellplatz entlang. Burnaby scheint auch kein ruhiger Stadtteil zu sein, da wir mehrmals in dieser Nacht Polizeisirenen hören. Wir sind nicht ausgeschlafen und dementsprechend ist unsere Laune etwas gedämpft.

Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg zur Bushaltestelle, die sehr nah am Campground liegt. Mit dem Bus fahren wir bis zur Lougheed Station und nehmen von dort den Sky Train bis nach Downtoun Vancouver zur Waterfront. Wir bummeln zurück zur Penderstreet und nehmen von dort den Bus zum Stanley Park.

Heute steht der Besuch des Aquariums auf unserem Programm. Das Aquarium zeigt die Unterwasserwelten Kanadas aber auch die der Tropen und der Eintrittspreis in Höhe von 13,-- $ lohnt sich allemal. Man kann dort sogar eine Belugawalfamilie bestaunen. Nach dem Aquariumsbesuch verlaufen wir uns kurz im Stanley Park auf der Suche nach den Totem Pols. Nach einigen Irrwegen finden wir sie aber dann doch und Helmut macht wieder sehr schöne Fotos. Die Aussicht auf Downtown Vancouver ist wirklich beeindruckend. Wir geniessen den Spaziergang auf der Promenade.

Nun wollen wir noch zum Canada Place. Leider finden wir die Bushaltestelle nicht. Wieder verlaufen wir uns und legen große Strecken zurück. Irgendwann kommen wir dann aber doch an der richtigen Haltestelle an und der Bus bringt uns zur Penderstreet/Ecke Granville. Wir haben Hunger und gehen erstmal zu Tim Hortens. Kaffee und Appelfritter sind angesagt. Helmut muss zusätzlich noch einen Blueberryfritter haben, da er wirklich ausgehungert ist. Schließlich ist es bereits 16.30 Uhr und seit dem Frühstück hat er nichts bekommen!!

Nach dem Essen sind wir wieder bestens gelaunt und wir schlendern Richtung Canada Place im Hafen. Wir bummeln die belebten Straßen entlang und geniessen die tolle Aussicht vom Canada Place auf den Hafen. Hier starten und landen im Minutentakt die Wasserflugzeuge. Boote, Jachten und auch Kreuzfahrtschiffe legen an, die Hubschrauber landen am Hubschrauberterminal. Es ist alles sehr emsig und belebt. Fast zu belebt für uns. Wir wissen beide nicht, ob wir diese Szenerie momentan toll finden. Vielleicht haben uns die Wochen in der Natur doch etwas entwöhnt. Oder sind wir übersättigt? Sollten wir uns nicht freuen, in einer solchen Stadt zu sein - der Perle am Pazific? Wir wissen es beide nicht so recht und gehen erstmal in Richtung Gastown. Dort steht die berühmte, mit Gas betriebene, Dampf-Uhr. Sie ist wirklich sehr hübsch und Helmut macht wieder schöne Fotos.

Mittlerweile ist es Zeit für´s Abendessen. Wir beschliessen, in die "Old Spaghetti Factory" in der Waterstreet zu gehen. Wir bekommen einen schönen Tisch und bestellen uns leckere Nudeln. Ich nehme meine mit Meeresfrüchten und Helmut mit Hackbällchen. Dazu gibt es als Vorspeise Salat und als Nachspeise Eis. Dazu trinken wir jeder ein großes Bier. Alles zusammen kostet dann 33,25 $. Wirklich super günstig. Der sehr nette Kellner erhält natürlich noch 5,-- $ Trinkgeld, da die Keller in Kanada immer extra bezahlt werden sollten, da die Preise immer ohne Bedienung sind. Üblich sind deshalb jeweils 10-15% Trinkgeld.

Nach dem Essen bummeln wir wieder zurück zur Waterfront Station und fahren mit dem Sky Train und mit dem Bus zurück zu unserem Campground. Da der Tag wieder sehr anstengend war, gehen wir zeitig ins Bett und schlafen auch sehr schnell ein. Hoffentlich fahren heute Nacht nicht wieder so viele Züge!

Skyline von Vancouver

01.10.2008 

9.30 Uhr aufwachen! Wir sind total kaputt. Die Nacht war zwar ruhig und wir konnten gut schlafen, aber trotzdem sind wir heute nicht so gut drauf, dass wir wieder einen so anstregenden Ausflug machen müssen, wie gestern. Also lassen wir es ruhig angehen. Erstmal frühstücken und dann weitersehen.

Nach dem Frühstück machen wir erstmal einen kleinen Rundgang über unseren Campground. Das Wetter ist wieder super. Der Himmel ist blau und die Sonne strahlt. Was haben wir für ein Glück mit dem Wetter. Da haben wir in manchem Kurzurlaub in Spanien oder Italien mehr Regentage gehabt, als hier in vier Wochen Kanada. Wir beschließen jetzt, heute nichts mehr zu unternehmen. Ich wasche unsere Wäsche und Helmut putzt das Womo ein bisschen. Außerdem packen wir schon mal grob unsere Sachen zusammen, damit das Kofferpacken am Freitag bei Holiday-Homecar etwas schneller geht. Abends backen wir uns eine Pizza und schreiben den Reisebericht. Diesen ruhigen Tag konnten wir beide gut gebrauchen. Vielleicht haben wir ja morgen nochmal Lust in die Stadt zu fahren. Mal sehen! 


02.10.2008 

Das Wetter hat sich geändert. Wir werden vom Regen, der auf unser Womo-Dach trommelt, wach. Also lassen wir uns mit dem Aufstehen Zeit. Irgendwann stehen wir dann aber doch auf und bereiten uns unser Frühstück zu. Da unsere Vorräte nun wirklich aufgebraucht sind, gibt es nur Toastbrot mit Marmelade und Frischkäse.

Bei dem Regen hatten wir wenig Lust auf einen erneuten Stadtbummel. Also fuhren wir mit unserem Womo zu einer großen Einkaufsmal. Dort schlenderten wir etwas durch die Geschäfte und besorgten uns etwas zum Abendessen.

Den Abend verbrachten wir mit Lesen und Internetsurfen, da wir auf diesem Platz ja einen Internet-Zugang hatten. Gegen 23.00 Uhr gingen wir ins Bett, da wir ja morgen doch einen anstrengenden Tag vor uns hatten.

03.10.2008 

Wir wachten gegen 7.00 Uhr auf. Wobei man aufwachen nicht wirklich sagen kann, hatten wir doch in dieser Nacht kaum geschlafen. Wieder hatten wir regen Zugverkehr auf den angrenzenden Schienen und man hatte bei jedem Zug das Gefühl, er fährt direkt durch unser Womo. Schrecklich!! Dieser Platz für 47,-- $ war wirklich eine Frechheit und wir können nur jedem empfehlen, ihn zu meiden.

Leider bietet Vancouver als einzige Alternative einen Platz direkt unter der Lions Gate Bridge an. Da sich über diesem Platz der 8-spurige Highway befindet, ist nicht damit zu rechnen, dass dieser Platz wesentlich ruhiger ist. Sollte vielleicht mal versucht werden! Aber egal, heute geht es sowieso nach Hause.

Zum Frühstück fuhren wir zu TimHortens und aßen Bagels mit Rührei. An unserem letzten Tag wollten wir uns doch noch einmal ein kanadisches Frühstück gönnen. 

Gegen 11.00 Uhr waren wir dann auf dem Hof von Holiday-Homecar. Herr Kunke machte eine gründliche Fahrzeug-Abnahme, konnte aber natürlich keine Mängel feststellen. Um 13.00 Uhr wurden wir dann zusammen mit zwei anderen Paaren zum Flughafen gebracht. Die Verabschiedung war herzlich und wir gingen zu unserem Gate.

Der Rückflug war erwartungsgemäß anstrengend, aber wir kamen nach der insgesamt 12-stündigen Rückreise wohlbehalten in Hamburg an.

Unser Sohn Dennis holte uns vom Flughafen ab und brachte uns wieder nach Hause. Unser wunderschöner Urlaub war nun leider zu Ende und wir müssen uns nach 4 Wochen Kanada wieder in unserem "alten" Leben zurechtfinden.


Kosten

Für vier Wochen Wohnmobil inkl. aller Versicherungen und die Flüge von Hamburg/Frankfurt  nach Vancouver und zurück mit Lufthansa haben wir insgesamt 3591,-- Euro bezahlt.
Für Benzin, Lebensmittel, Campgrounds, Eintrittsgelder und Souveniers haben wir insgesamt 3.700,-- Euro ausgegeben. Zugegeben - kein billiger Spaß - aber jeder Euro hat sich gelohnt.


Kleidung

Je nach Reisezeit sollte man Shorts, T-Shirts aber auch Strickjacken bzw. Pullover dabeihaben. Am wichtigsten ist allerdings eine wasserdichte Jacke, die auch etwas warm hält. Unverzichtbar ist festes Schuhwerk vom Wanderstiefel bis zur Outdoorsandale. Wichtig für uns Frauen: Pumps u.ä. können getrost zuhause bleiben....


Wohnmobil

Das Wohnmobil war komplett ausgestattet. Allerdings fanden wir die Bettdecken viel zu dünn für die kanadischen Nächte. Deshalb sollte man unbedingt zusätzliche Decken mitbringen bzw. vor Ort preiswert kaufen. Wir hätten auch von Holiday-Homecar zusätzliche Decken haben können.Die Wäschepakete sind ebenfalls etwas dürftig. 2 Handtücher und 1 Badelaken pro Person ist einfach zu wenig und man ist gezwungen ständig zu waschen. Wir hatten noch zusätzliche Handtücher mit, so dass wir nicht alle 2 Tage waschen mussten. Auch hier empfielt es sich also vorzusorgen.Das Waschen der Wäsche auf den privaten Campgrounds ist kein Problem. Eine Waschmaschinenladung kostet ca. 1,50 $. Wäschtrockner sind überall vorhanden.

Fazit

Es war eine wunderschöne Reise, die wir beide von Anfang bis Ende genossen haben. Wir haben viele unterschiedliche Landschaften gesehen und waren immer wieder von der Größe und Weite dieses Landes beeindruckt. Die Landschaft ist teilweise rauh, dann aber wieder lieblich und manchmal fast schon mediteran. Insgesamt sind wir 3.800 km gefahren.
Besonders erwähnen möchten wir noch die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Kanadier, über die wir uns immer wieder gefreut haben und die wir hier sicherlich noch oftmals vermissen werden. Zu keiner Zeit hatten wir den Eindruck, dass diese Freundlichkeit unecht oder aufgesetzt war. Ob im Supermarkt, auf der Tankstelle, im Restaurant oder einfach auf der Straße beim "Nach-dem-Weg-fragen", die Menschen waren immer aufgeschlossen, interessiert und Hilfsbereit. Einfach toll!
Diese Reise mit einem Wohnmobil zu machen, war für uns das einzig Richtige. Wir haben uns in "unserem Womo" richtig zuhause gefühlt. Wir empfehlen aber, ein nicht zu kleines Womo zu wählen, damit man sich nicht so leicht auf die Nerven geht. In unserem Fall war ein "24Feet-Modell" genau richtig.
Unsere Reiseroute war wunderbar. Absoluter Höhepunkt dieser Reise war für uns der Icefield Parkway, für den wir uns im Nachhinein mehr Zeit hätten nehmen sollen. Vancouver Island war sehr schön, wobei uns die Sunshine Coast auf dem Festland noch besser gefallen hat. Das Okanagan Valley ist ebenfalls besonders schön, allein schon deshalb, weil man hier die Gelegenheit hat, in den warmen Seen zu schwimmen.
Eine Stadtbesichtigung z.B. in Vancouver hätten wir vielleicht lieber an den Anfang der Rundreise legen sollen, da wir am Ende der Reise nach der vielen Natur eigentlich keine Lust mehr auf die quirrlige Stadt hatten. Außerdem ist am Ende einer Rundreise die Luft wohl auch schon etwas raus.
Für uns bleibt jetzt nur die Frage, was wir in unserem nächsten Urlaub unternehmen. Fahren wir nochmals nach Kanada oder machen wir den Westen der USA unsicher. Vielleicht bleiben wir aber auch in Europa? Glücklicherweise haben wir den langen Winter über Zeit, uns darüber Gedanken zu machen.
Wir werden berichten...... 

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