Mit 5 Wohnmobilen durch Südnorwegen

Wir warten auf die Fähre im Hafen von Hirtshals

1. Tag
Wie jedesmal konnten wir es kaum erwarten, dass es endlich losgeht. Pünktlich um 16.00 Uhr fahren wir vom Hof. Leider ist das Wetter wirklich bescheiden. Es regnet und der Himmel ist grau verhangen. Aber egal - es wird bestimmt bald besser werden.

Unsere Reise führt uns zunächst zur Bundesstraße 404 in Richtung Kiel. So wollen wir die ständigen Staus im Berufsverkehr in Hamburg umfahren. Leider kommen wir auch auf dieser Route nicht sehr viel schneller voran. Natürlich wird auch auf dieser Straße gebaut und wir stehen fast 25 Minuten im Stau.

Aber dann geht es endlich weiter und wir fahren hinter Bad Segeberg in Richtung Wahlsteht ab, um dann schon bald bei Großenaspe auf die A7 Richtung Flensburg zu kommen. Hier wollen wir uns auf einem Parkplatz mit Ute und Wolfgang treffen. Im Zeitalter des Handys ist das ja kein Problem. Bald erreicht Ute uns dann auch und wir verabreden uns auf dem Parkplatz gleich hinter der Raststätte Hüttener Berge.
Nach kurzer Begrüßung geht es dann auch gleich weiter in Richtung Flensburg. Wir wollen es doch heute noch bis über die Grenze nach Dänemark schaffen. Das Ziel ist der Campingplatz "Frigard" in Kollund. Dank Navi erreichen wir den Platz problemlos. Es ist ein sehr schön angelegter Platz mit allen Annehmlichkeiten. Wir können uns aussuchen, wo wir stehen wollen und so richten wir uns schnell ein.

Nach einem schnellen Abendbrot gehen wir dann noch an den Strand der Flensburger Förde. Es ist die Nacht der Sonnenwende und deshalb werden in den skandinavischen Ländern heute überall Feuer entfacht. Auch mit dem Wetter haben wir Glück. Es ist trocken, wenn der Himmel auch verhangen ist.

Nach dem Spaziergang gehen wir dann doch bald schlafen, weil es wieder ein langer Tag war. Wir sind alle recht müde, weil wir schließlich heute ja auch noch gearbeitet haben.

2. Tag
In der Nacht hat es mehrfach geregnet. Wir haben aber trotzdem gut geschlafen. Mittlerweile stört es gar nicht mehr, wenn der Regen auf das Dach prasselt. Um 7.00 Uhr stehen wir auf und gehen zunächst einmal duschen. Schade, dass die warmen Duschen nicht in dem ohnehin schon hohen Preis für den Platz enthalten sind.
Nach dem Frühstück geht es dann auch schon los. Wir fahren im Konvoi mit Ute und Wolfgang in Richtung Hirtshals. Dort wollen wir uns mit weiteren drei Paaren treffen, um unsere Reise nach Norwegen zusammen anzutreten.
Wir kommen schnell voran, trotz des sehr starken Windes. Unser Blick auf das Meer macht uns dann auch etwas sorgen. Es zeigt sich sturmgepeitscht mit weißen Schaumkronen und sehr hohen Wellen. Wie wird wohl die Überfahrt werden?
In Hirtshals warten dann Gabi, Marit, Thomas und Wolfgang auch schon auf uns. Nun fehlen nur noch Ronald und Gabi, die erst heute Morgen in Hamburg losfahren konnten. Kurz nach uns kommen sie aber auch und wir stoßen mit einem kleinen Gläschen Sekt auf einen schönen Urlaub an.

Kaum vereint, müssen wir uns aber auch schon wieder verabschieden. Die anderen vier Paare nehmen eine andere Fähre als wir, weshalb sie auch etwas früher am Fährterminal sein müssen. Wir verabreden einen Treffpunkt in Norwegen und sie fahren dann auch zeitig los.
Wir machen einen sehr langen Spaziergang, der bei dem starken Wind dann allerdings sehr anstrengend ist. Unsere Fähre der Fjordline soll erst gegen 23.15 Uhr fahren und so haben wir noch Zeit, in Ruhe Abendbrot zu essen. Die Sonne scheint und es zeigt sich kein Wölkchen am Himmel.

Der Sturm scheint noch stärker zu werden. Unser Reisemobil schwankt recht ordentlich auf dem ungeschützten Parkplatz.
Leider bekommen wir gegen 21.00 Uhr eine sms von Fjordline, dass unsere Fähre aufgrund des schlechten Wetters vorerst nicht fährt. Sie soll, wenn alles gut geht, erst um 02.15 Uhr fahren. Hoffentlich klappt das..... Also nutze ich die Zeit und schreibe diesen Teil des Reiseberichtes.
Anschließend fahren wir nun zum Fährterminal und reihen uns in die Fahrzeugschlange ein. Es ist gegen 22.00 Uhr, als Helmut sich schlafen legt, um einigermaßen fit für die Fahrt zu sein. Ich lese noch etwas und lege mich dann gegen Mitternacht auch hin.

3. Tag
Gegen 00.30 Uhr werden wir plötzlich durch Hupen geweckt.
Ein Blick nach draußen verrät, dass die anderen Fahrzeuge in Richtung Terminal fahren. Also schnell angezogen und hinterhergefahren. Es werden nun die wartenden Fahrzeuge abgefertigt. Wir können dann auf das Hafengelände fahren. Beim Einchecken erfahren wir, dass die Fähre nun gegen 04.30 Uhr abfahren soll.
Der Sturm hat aber noch nicht wirklich nachgelassen. Nachdenklich stimmt uns, dass wir auch jeder eineTablette gegen Seekrankheit bekommen........
Wir stellen den Wecker, damit wir rechtzeitig aufstehen können und legen uns noch einmal hin. Rechtzeitig vor Abfahrt stehen wir auf, machen uns frisch und frühstücken kurz. Dann geht es auch schon los; wir können auf die Fähre fahren. Nach dem Abstellen unseres Reisemobiles suchen wir uns einen Platz und schauen besorgt auf das sturmgepeitschte Meer. Den anderen Leuten geht es ähnlich. Nach dem Setzen schauen alle mehr oder weniger besorgt aus den Fenstern. Besonders, nachdem eine Mitarbeiterin die bekannten Speitüten verteilt.
Kurz darauf legen wir gegen 04.35 Uhr ab.
Nach dem Verlassen des Hafens geht es auch schon los. Die Fähre, der Katamaran "Fjord Cat", schlingert und stampft ganz ordentlich durch das aufgewühlte Meer. Die Gischt peitscht gegen die Fenster, wenn die Fähre in ein Wellental eintaucht. Da hängt einem der Magen auch etwas höher als normal...
Wir halten aber durch und benutzen die Speitüten nicht; vor und hinter uns in den Sitzreihen wird aber doch Gebrauch von den Tüten gemacht... Wir haben auch niemanden gesehen, der das Frühstücks-Buffet an Bord besucht hat.
Nach etwa eineinhalb Stunden anstrengender Fahrt meldet sich der Kapitän über Lautsprecher und teilt mit, dass wir die Hälfte geschafft haben.
Je näher wir Norwegen kommen, desto ruhiger wird plötzlich die Überfahrt.
Kurz vor Eintreffen in Kristiansand ist das Meer wirklich ruhig, es weht auch kaum noch ein Lüftchen. Das Anlegen und das Verlassen der Fähre klappt somit problemlos.
Wir haben von den anderen eine SMS erhalten, dass sie auf einem Parkplatz, ca. 15 Kilometer außerhalb von Kristiansand an der E 39, warten, wo sie selber übernachten wollen.
Gegen 07.30 Uhr kommen wir bei bestem Wetter (blauer Himmel, Sonnenschein und kein Wind) auf dem Parkplatz an.
Kurz darauf sehen wir Wolfgang mit seinem Hund "Lucky" aus dem Womo kommen.
So nach und nach werden auch bei den anderen drei Reisemobilen die Vorhänge geöffnet.
Da wir dort auf dem Parkplatz aber nicht frühstücken wollen, kaufen wir im nahegelegenen KIWI-Supermarkt frische Brötchen und Brot ein und fahren auf der E 39 weiter in Richtung Stavanger.
Wir finden einen Frühstücksplatz mit Blick auf einen schönen See.

Gegen 09.30 Uhr frühstücken wir bei bestem Wetter ausgiebig.
Dann geht es weiter auf der E 39 bis Flekkefjord, wo wir nach links auf die R 44 "Nordsjovegen" abbiegen.
Die R 44 führt dicht an der Küste entlang in Richtung Egersund.
Laut Reiseführer ist die R 44 sehr kurvenreich und schmal, führt dafür aber durch eine überaus reizvolle und schöne Landschaft. Für große Gespanne und Reisemobile soll es ab und zu recht beschwerlich sein.
Wir fahren nun aber wirklich auf einer der schönsten Straßen, die wir je befahren haben.
Die Landschaft und die Ausblicke sind absolut traumhaft. Dazu trägt natürlich auch das super Wetter bei.
Ab und zu muss unsere Karawane aus fünf Reisemobilen anhalten, wenn es der Gegenverkehr erfordert. Meistens halten aber die entgegenkommenden Pkw, wenn sie sehen, was ihnen da entgegenkommt!
Dann verlassen wir die R 44 und kehren zurück auf die E 39. Von da zweigt die R 13 ostwärts Richtung Fährhafen Lauvvik ab. Wir nehmen nun die Fähre über den Hogsfjorden von Lauvvik nach Oanes.
Die Überfahrt dauert nur ca. 10 Minuten und kostet 177 NOK für unser 7m-Reisemobil mit zwei Personen.
Die Fahrt geht weiter auf der R 13 in Richtung Jorpeland, wo wir gegen 18.30 Uhr auf dem "Preikestolen Camping", Preikestolvegen 97, 4100 Jorpeland, eincheken.
Mit unseren fünf Mobilen bauen wir eine Wagenburg und lassen den Abend beim Grillen und einer Tasse Bier ausklingen.

4. Tag
Nach einem ausgiebigen Frühstück bei schönstem Wetter soll es nun losgehen - die Besteigung des Preikestolen wartet.
Es wollen nicht alle den beschwerlichen Aufstieg wagen.
Unsere Helden sind: Gabi u. Ronald; Maret u. Wolfgang; Thomas u. Wolfgang. Wolfgang fährt die Truppe mit seinem Mobil zum kostenpflichtigten Parkplatz (80 NOK).
Verena, Helmut, Gabi u. Ute hüten die Wagenburg und die beiden Hunde "Meggi u. Lucky". Trotzdem machen wir "Zurückgebliebenen" einen Spaziergang in die Umgebung des Campingplatzes.
Gegen 18.00 Uhr kommen unsere Helden sehr durstig und verschwitzt zurück. Sie berichten von dem anstrengenden Aufstieg, sind aber sehr glücklich, es geschafft zu haben. Der Aufstieg hat ca. 3,5 Stunden, der Abstieg ca. 2,5 Stunden gedauert. Wir schauen uns schon mal die tollen Fotos an, die gemacht wurden. Oben auf dem Preikestolen herrschte bei dem tollen Wetter eine wahre Volksfeststimmung.
Wir sind gespannt, ob sich bei unseren Helden morgen ein Muskelkater einstellt....
Nach einem gemeinsamen Abendessen klingt der Tag langsam aus. Morgen wollen wir weiter nach Bergen fahren.

5. Tag
Nach dem Frühstück bauen wir ab und fahren auf der R 13 nordwärts in Richtung Tau.
Das wunderschöne Wetter vom Vortage ist leider vorbei, der Himmel bedeckt sich immer mehr. Es fängt an, ausgiebig zu regnen.
Von Tau aus nehmen wir die Fähre nach Stavanger (172 NOK für 7m-Womo mit 2 Personen) und fahren dann weiter auf der E 39 bis Rennesoy. Von Rennesoy aus nehmen wir die Fähre über den Boknafjord nach Arsvagen (437 NOK) und fahren weiter auf der E 39 über Valevag bis Sandvikvag.
Der Regen wird immer schlimmer, dazu weht eine frische Brise.
Von Sandvikvag aus fahren wir auf die Fähre über den Bjornafjord nach Halhjem (525 NOK). Dann noch eine kurze Fahrt bis Haukeland, nahe Bergen. Dort gehen wir auf den "Lone Camping AS", Hardangerveien 697, 5268 Haukeland.
Der Campingplatz liegt dicht bei Bergen, von hier aus wollen wir morgen mit dem Bus in die Stadt fahren. Das Wetter ist hier ausgesprochen schlecht. An der Rezeption des Campingplatzes hängt der Wetterbericht, der für heute und morgen Starkregen ankündigt. Erst für Freitag ist eine Wetterbesserung angekündigt - heute ist aber erst Montag!
Der Wetterbericht ist nicht übertrieben - es schüttet wie aus Kübeln.
Den Rest des Abends verbringen wir in den Womos. Es kommen zumindest bei uns Zweifel auf, ob wir bei dem Unwetter eine Stadtbesichtigung machen wollen.

6. Tag
Da es morgens immer noch schüttet, wird beschlossen, weiterzufahren. Keiner möchte so richtig eine Stadtbesichtigung machen.
Für uns ist es bereits der zweite vergebliche Anlauf, Bergen zu besichtigen. Irgendwie soll es wohl nicht sein. Was soll´s, es gibt ja Fotos in den Reiseführern.
Vielleicht beim nächsten Mal......
Das nächste Ziel soll Flam sein, wo wir mit der berühmten Flambahn fahren möchten.
Wir verlassen den Campingplatz gegen Mittag und fahren auf der R 7, die sich überwiegend entlang des Hardangerfjordes schlängelt und Ausblicke vom Feinsten bietet.
Trotz des Dauerregens ist die Stimmung bei uns fünf Paaren gut, denn wir fahren durch eine atemberaubende Landschaft.
Ein Rastplatz am Fjord ist als Terrasse bis an´s Wasser angelegt - somit kann geangelt werden!

Da es gerade einmal nicht regnet, werden Proviant und Angelgerät vom Parkplatz herunter an´s Wasser getragen. Vorsichtiger Optimismus mach sich breit, dass wir zumindest eine trockene Pause mit Angeln verbringen können.
Kaum dort angekommen, gibt es natürlich gleich den obligatorischen Regenschauer.
Die Mettwurst und die anderen Leckereien schmecken aber auch im Regen. Nur die Fische wollen bei dem Sauwetter nicht beissen.
Wir packen ein und fahren weiter auf der R 13 und E 16 bis nach Flam.
Dort checken wir auf dem "Flam Camping og Vandrarheim" für zwei Nächte ein (590 NOK).
Der Platz ist in mehreren übereinanderliegenden Terrassen angelegt. Die Womos stehen auf Rasenflächen, die durch den Dauerregen der letzten Wiochen allerdings recht aufgeweicht sind.
Insgesamt sind der Platz und die Anlagen sehr gepflegt.
Wir schauen von unserem Platz direkt auf den Fluß Flamselva, der durch den andauernden Regen zu einem reißenden "Strom" geworden ist.
Dahinter verlaufen die Gleise der Flambahn, die noch zwei Mal laut pfeifend an diesem Abend vorbeifährt. Außerdem kann man von unserem Standort den Hafenbereich erkennen.
Wir bauen die bewährte Wagenburg mit unseren fünf Womo´s auf.
Die Markisen werden ausgefahren und zusätzlich noch eine Plane dazwischengehängt, damit wir alle trocken Abendbrot zusammen essen können.
Wir haben 4 Kilogramm Reker (Shrimps) in einemSupermarkt gekauft. Diese lose Tiefkühlware ist für norwegische Verhältnisse erstaunlich günstig (19,90 NOK pro Kilo).
Drei Paare wollen die Reker mit Schale braten; zwei Paare pulen sie vorher aus.
Dazu gibt es lecker Soßen und Brot - köstlich. Vielen Dank an die Köche Gabi M. und Roland.
Es wird noch ein vergnüglicher Abend, bis es zu frisch wird und alle schlafen gehen.

7. Tag
Eigentlich wollten wir gegen 10.00 Uhr mit der Flambahn auf den Berg fahren.
Da es aber immer noch schüttet wie aus Eimern, verschieben wir die Fahrt bis 12.00 Uhr, in der Hoffnung, dass es weniger wird.
Es wird aber nur geringfügig weniger. Wir beschließen, uns die Stimmung nicht vermiesen zu lassen und gehen zum Bahnhof.
Eine Gruppenkarte für uns alle kostet 3160 NOK.
Da die Flambahn eine berühmte Sehenswürdigkeit ist, haben noch viele andere Touristen den Weg dahin gefunden......
Wir besteigen ein Abteil und schon geht es los.
Die Ausblicke in die grandiose Gebirgswelt mit diversen Wasserfällen, rauschenden Flüssen in den Tälern und teilweise noch Schnee an den Hängen sind überwältigend.
Wie muss es erst bei Sonnenschein und blauem Himmwel aussehen, wenn es schon bei Dauerregen und tiefhängenden Wolken so schön ist?
An einem großen Wasserfall wird ein Foto-Stop eingelegt. Es ertönt plötzlich laute Musik vom Hügel neben dem tosenden Wasserfall.
Eine Junge Frau mit langen blonden Haaren erscheint auf dem Hügel und führt tanzende Bewegungen dazu aus.
Im Zug wird per Durchsage dazu erklärt, dass sich ab und zu eine Trollfrau den Wanderen zeigt, die diese durch ihren Gesang und Tanz in eine Höhle locken will.
Jedenfalls meine ich, das so verstanden zu haben.....
Nach Ankunft im Bahnhof von Myrdal (867 Meter hoch gelegen), verbringen wir die Wartezeit bis zur Abfahrt des Zuges im Bahnhofsrestaurant.
Wolfgang W. hatte angekündigt, ein paar Stationen abwärts zu Fuß erwandern zu wollen. Die Absicht hat er immer noch und geht tatsächlich los.
Bei dem Wetter will ihn keiner begleiten. Wir bleiben lieber unterm warmen Dach und trinken was.
Bei schönem Wetter wären wir natürlich alle mitgekommen - aber bei starkem Regen eben nicht.
Dann beginnt die Zugfahrt zurück in´s Tal.
Maret sieht ihren Mann dann etwa zwei oder drei Stationen tiefer auf dem Wanderweg gehen. Er hat scheinbar die Bahn verpasst und muss bis zur nächsten Station weitergehen.
Am Bahnhof Flam angekommen, zieht die Truppe in die Brauerei am Hafen, um erst einmal ein Bier zu trinken. Wir gehen nicht mit, da wir einen Spaziergang durch den Ort mit den vielen Souveniershops machen wollen. Außerdem gehen wir noch in den kleinen Supermarkt und kaufen eine paar Kleinigkeiten ein.
Nach kurzer Zeit erscheint Wolfgang W., der die nächste Bahn genommen hat. Wolfgang ist begeistert von seinem Spaziergang und braucht nun dringeng ein Bier....
Der Abend klingt dann in unserer Wagenburg aus.

8. Tag
Nach dem Frühstück wollen wir früh aufbrechen. Es hatte die ganze Nacht ausgiebig geregnet, so dass der Rasen des Campingplatzes noch stärker aufgeweicht ist.
Der Platzbetreiber hatte mitgeteilt, dass er uns mit Brettern zum Auffahren versorgt, um uns das Ausparken auf dem nassen Rasen zu erleichtern.
Ich stand mit meinem Mobil so, dass ich annahm, es auch ohne Bretter zu schaffen.
Allerdings musste ich noch rückwärts um eine Birke herum zirkeln, um vom Stellplatz auf die enge Ausfahrt zu gelangen. Die Kollegen wiesen mich dabei ein. Allerdings geriet ich nach späterer Mitteilung von Wolfgang mit dem rechten Hinterrad auf die Erhöhung im Wurzelbereich der Birke, so dass ich ein wenig mehr Gas geben musste, um die Steigung zu schaffen. Auf der anderen Seite ging es dann plötzlich schnell nach unten.
Ich war wohl einen Moment unkonzentriert. Plötzlich gab es ein unschönes Geräusch von hinten links. In der Rückfahrkamera hatte es zuvor noch ganz gut ausgesehen, jetzt befand sich der steinerne Hang neben der Ausfahrt ganz dicht an der Stoßfängerecke - zu dicht....

Ich stieg aus und sah, dass der Kunststoffstoßfänger an der Ecke eingerissen war.
So ein Mist!!! Ich ärgerte mich sehr... Jammern half nun aber auch nicht weiter. Passiert ist passiert.
Kurz danach kam der Betrieber vom Campingplatz und maulte mich auch noch an, dass es eine Fahrspur auf seinem schönen Rasen gegeben hatte.
Das brauchte ich nun auch noch...
Wolfgang W. erzählte mir später, dass er sich mit seinem Mobil trotz Hilfe des Betreibers auf dem durchgeweichten Rasen kurz eingegraben hatte. Es gab ein größeres Loch im Rasen, was den Betrieber noch mehr in Rage brachte.
Am Ende gelang es allen, vom Stellplatz herunterzukommen.
Von Flam aus fahren wir nun auf der E 16 nach Eri, wo wir nach links auf die R 5 abbiegen und bis zum Fähranleger Fodnes fahren. Wir nehmen die Fähre nach Manheller (191 NOK) und fahren weiter auf der R 5 bis Sogndal. Dort biegen wir nach rechts auf die R 55 ab, die entlang des Lustrafjordes und durch das Sognefell führt.
Es ist eine traumhaft schöne Strecke mit vielen Ausblicken in eine herrliche Natur.
Bei Lom biegen wir nach links auf die R 15 Richtung Otta Dalen ab.
Wir finden an der Strecke, in 2693 Nordberg, den Campingplatz "Donfoss" und checken ein. Der Platz ist bisher eindeutig der Beste und der Günstigste (225 NOK).
Dieser Campingplatz liegt direkt an einem tosenden Fluß, der Astre, und ist fantastisch angelegt. Es ist sogar ein toller Swimmingpool vorhanden, der hier in Norwegen "Badebaseng" heißt. Wir wollen aber nicht baden bei den Temperaturen...

Tagsüber hatte es aufgehört zu regnen, es blieb aber bedeckt.
Wir richteten uns für eine Übernachtung ein und bauten draußen Tische und Stühle für´s Abendessen auf.

Pünktlich dazu fing es wieder an zu regnen. Toll.......

9. Tag
Nach dem Frühstück fahren wir weiter auf der R 15 bis Grotli, wo wir dann nach links auf die R 258 abbiegen.
Diese überwiegend unbefestigte und teilweise recht schmale Straße führt wieder einmal durch eine grandiose Landschaft.
Hier liegt auch noch recht viel Schnee in den Bergen. Wir machen eine Rast im Sommerskigebiet und schauen den wenigen Skiläufern zu, die an diesem grauen Tag dort ihren Spass haben.
Hinter Videseter biegen wir nach rechts auf die R 15 ab.
Nach kurzer Fahrt biegen wir dann nach links auf die R 63 in Richtung Geiranger ab.
Wir machen eine kurze Rast auf dem Parkplatz in Höhe Zufahrt zum Dalsnibba, einem 1476 m hohen Berg. An guten Tagen kann man von dort bis zum Geirangerfjord schauen.
Doch heute ist es regnerisch und die Sicht bescheiden. Die Fahrt auf den Berg lohnt also nicht und wir fahren weiter.
In Geiranger angekommen, versuchen wir mit unseren fünf Mobilen einen Parkplatz zu finden. Das ist gar nicht so einfach, da Geiranger wieder einmal überlaufen ist.
Im Fjord ankern zwei Kreuzfahrtschiffe. Die Passagiere wurden mit kleinen Booten in den Ort gebracht, der nun aus allen Nähten platzt.
Diverse Reisebusse stehen im Hafen und "karren" die Leute zu den umliegenden Sehenswürdigkeiten, wie z. B. den Trollstigen.
Wir finden noch alle einen Parkplatz in Geiranger, wenn auch total verstreut.
Im Ortskern des kleinen Städtchens treffen wir uns wieder und bummeln durch die Straßen.
Es werden Souveniers gekauft, dann gibt es noch eine kleine Mittagspause, bis wir weiterfahren in Richtung Trollstigen.
Zuvor müssen wir noch die Fähre von Eidsdal nach Linge über den Norddalsfjord nehmen (177 NOK).
Dann geht es weiter auf der R 63 Richtung Andalsnes.
Den Trollstigen fahren wir auf dieser Reise bergab; vor zwei Jahren sind wir ihn hinaufgefahren.
Wir machen eine Rast am Trollstigen-Center. Die Großbaustelle, die schon damals dort war, ist immer noch vorhanden. Allerdings ist ein Aussichtspunkt fertig.
Es ist lediglich 7 Grad warm (oder eher kalt). Ein kühler Wind geht und es ist regnerisch. Wir bleiben nicht lange und fahren wieder los.
Da es schon später Nachmittag ist, fahren dort glücklicherweise nicht mehr so viele Reisebusse, so dass wir recht entspannt den engen Trollstigen nach unten bewältigen können.
Es geht weiter auf der R 63 bis Andalsnes.
Hier trennen sich zum ersten Mal unsere Wege. Die anderen vier Paare wollen Alesund besichtigen und auch dort übernachten.
Da wir Alesund schon kennen, beschließen wir alleine weiterzufahren. Wir wollen das eigentliche Ziel für die nächsten Tage, das Örtchen "Bud", anfahren und dort schon einmal angeln, wenn das Wetter mitspielt.
Wir biegen also nach rechts ab und fahren auf der R 64 bis Afarneset.
Dort müssen wir noch einmal Fähre fahren und zwar über den Langfjord bis nach Solsnes.
Weiter geht es auf der R 64, an Molde vorbei, in nördlicher Richtung.
Von der R 64 biegen wir dann nach links auf die R 663 und von dort auf die R 664 ab.
Dann erreichen wir Bud. Wir fahren auf den uns gut bekannten "Bud Camping" (Pluscamp), 6430 Bud.
Obwohl wir zwei Jahre nicht mehr hier waren, können wir uns noch an alles sehr gut erinnern. Der Platz hatte uns damals sehr gut gefallen.
Wir checken ein und suchen uns einen Platz ganz vorne am Hafen des gut gefüllten Campingplatzes. Es ist sehr stürmisch und recht frisch hier, regnet aber nicht.
Nach dem Abendessen machen wir noch einen ausgiebigen Spaziergang durch Bud und gehen dann schlafen.

10. Tag
Am nächsten Morgen fahren einige Camper ab, so dass eine größere Fläche auf dem Rasen in "dritter Reihe" frei wird.
Wir fahren auf diese Freifläche und versuchen, diese für die anderen vier Mobile unserer Truppe freizuhalten. Ronald hatte angekündigt, dass man doch schon heute Nachmittag nach Bud kommen würde.
Da es sehr stürmisch ist, ist an eine Angeltour gar nicht zu denken. Zwei Boote mit Anglern fuhren zwar hinaus, kamen aber schnell wieder!
Es gelingt uns, den Platz freizuhalten. Am Späten Nachmittag kommen die vier anderen Paare in Bud an.
Der Platz reicht leider nicht für alle vier Mobile, so dass Ronald sich einen anderen Platz sucht.
Abends essen wir alle zusammen die mitgebrachten Reker und lassen den Tag bei einer Tasse Bier ausklingen.

11. Tag
Heute ist Sonntag und es fahren wieder einige Camper ab.
Es wird auf der ersten Rasenfläche in der Nähe des Hafens eine größere Fläche frei. Ronald, Thomas und Wolgang W. entscheiden, sich dort hinzustellen. Wolfgang M. und wir bleiben stehen, da wir keine Lust haben, umzuziehen.
Nachdem alles geregelt ist, werden zwei Angelboote an der Rezeption gemietet.
Wolfgang M., Thomas und wir leihen uns zusammen ein 50-PS-Boot (750 NOK pro Tag); die anderen ein 100-PS-Boot (1000 NOK pro Tag).
Dann fahren wir alle hinaus zum Angeln.
In unserem Boot fährt Wolfgang M., der einen Sportbootführerschein besitzt. Im Boot sitzen Ute, Thomas, Verena und ich.
Nicht weit von der Hafenausfahrt befinden sich zwei Inseln. Hier kann man schon ganz gut angeln.
Nach kurzer Zeit geht es schon los.
Thomas fängt mit seinem bunten Pilker insgesamt vier Fische (einen Dorsch von 67 cm und drei etwas kleinere Köhler), Wolfgang M., der bisher kaum geangelt hat und gar keinen Fisch mag, fängt den größten Fisch des Tages, einen 72 cm langen Köhler.
Verena hat plötzlich auch etwas an ihrer Angel, was sich heftig wehrt. Sie schafft es, den großen Köhler an die Oberfläche zu ziehen. Ich greife die Sehne ihrer Angel und hebe den ca. 70 - 80 cm großen Köhler aus dem Wasser. Was für ein schöner Fisch!
Als ich den Fisch über die Bordkante heben will, reißt plötzlich die Sehne und der Fisch fällt in´s Wasser zurück. Wir beide schauen uns ungläubig an - was war das denn??? Verena ist total entäuscht, aber es ist nicht mehr zu ändern. Im Anschluß hat Verena dann auch kein Glück mehr, es beißt kein Fisch mehr an.
Ich selber hatte bis zu dem Zeitpunkt überhaupt keinen Fisch geangelt. Vor dem Urlaub hatte ich reichlich in meine Angelausrüstung investiert- wo blieb nun der Erfolg??? Kurz vor Schluß der Tour ruckt es auch einmal an meiner Angel. Ich kann einen 57 cm Dorsch anlanden - besser als gar nichts!
Im Hafen angekommen, muss ich dann die insgesamt sieben Fische filettieren, da die anderen dies noch nicht gemacht haben. Ich bin zwar darin auch kein Profi, bekomme es aber einigermaßen hin. Einige Stücke sehen sogar wie richtige Filets aus. Die Übung machts!
Einige der Filtes werden dann abends gebraten und mit Bratkartoffeln zusammen serviert. Lecker!!! Wolfgang M., der keinen Fisch mag, probiert zwar und findet es dann auch nicht so schlecht, ißt aber doch lieber die von Ute gebratenen Frikadellen. Da weiß man, was man hat! In geselliger Runde klingt der Abend dann aus.
Abends wird es stürmisch. Mal sehen, ob wir morgen zum Angeln rausfahren können.

12. Tag
Morgens ist Verena krank, sie hat offenbar einen grippalen Infekt und fühlt sich gar nicht gut. Verena möchte im Bett bleiben.
Nach dem Frühstück treffe ich draußen Wolfgang M.. Er teilt mit, dass die andere Truppe schon zum Angeln draußen ist. Wir wollen es auch wieder versuchen, obwohl die See ein bischen aufgewühlt ist. Da Thomas bei den anderen mitgefahren ist, sind Wolfgang M. und ich alleine. Wir verstauen alles in´s Boot und wollen losfahren. Doch der Motor springt nicht an, die Zündung leuchtet auch nicht auf. Alles "tot".
Ich gehe zur Rezeption und schildere den Fall. Ich werde gefragt, ob wir die Beleuchtung am Boot angelassen haben. Dann hätte sich die Batterie über Nacht entleert. Das kann ich nicht beantworten, da habe ich, als Nicht-Bootsführer, nicht drauf geachtet. Es war aber wohl tatsächlich so, dass die Beleuchtung über Nacht eingeschaltet war.
Wir bekommen ein anderes Boot und können endlich losfahren.
Das Wasser ist doch recht aufgewühlt; wir können uns gar nicht so richtig auf den Beinen halten, so schaukelt es. Das andere Boot mit unseren Leuten sehen wir etwas weiter links von unserem Angelplatz.
Nach kurzer Zeit fängt Wolfgang M. einen schönen Schellfisch; mir gelingt es wieder nicht, etwas zu fangen.
Plötzlich wird es sehr neblig auf dem Wasser, so dass wir die Küste kaum noch sehen können. Auch aufgrund des Wellenganges beschließen wir, zurückzufahren.
Kurz vor der Hafeneinfahrt werfen wir noch einmal unsere Angeln aus. Hier gelingt es mir, die zwei kleinsten Dorsche meiner Anglerkarriere zu fangen. Der kleinere hatte wohl nur 20 cm! Natürlich werfe ich beide Dorsche zurück in´s Wasser. Dann fahren wir in den Hafen.
Ich filettiere schnell noch den Schellfisch und dann geht´s zurück zu unseren Frauen.
Verena geht´s noch nicht viel besser, sie bleibt lieber im Bett.
Nachmittags fahren Wolfgang M. und ich noch einmal hinaus. Thomas kommt wieder mit; kurz darauf fährt auch das andere Boot noch einmal raus.
Ich fange tatsächlich den ersten Fisch, einen 52 cm Köhler. Thomas legt mit einem etwa so großen Dorsch nach. Dann fange ich einen 62 cm Schellfisch; zeitgleich hat Wolfgang M. einen 70 cm Köhler am Haken.
Doch den Vogel schießt wieder einmal Thomas ab. Er landet einen 77 cm langen und 4 kg schweren Dorsch - den Fisch des Tages.
Danach beißt nichts mehr. Da es schon spät geworden ist, fahren wir rein.
Verena geht es noch nicht viel besser, doch sie steht zum Abendbrot auf.
Zwischendurch filettiere ich die Fische. Die Filets werden dann anschließend in der Tiefkühltruhe des Campingplatzes eingefroren. Wir haben schon zwei schöne Päckchen Filets im Frost, da Wolfgang M. und Thomas keinen Bedarf für ihre Fische haben.
Zum Abendbrot setzt "fieser" Nieselregen ein - richtig warm ist es auch nicht.
Wir sitzen unter der Markise und frösteln. Es gibt heute keinen Fisch. Wir essen Bratwurst und Brot mit Aufschnitt.
Der Abend klingt im Womo aus. Ich schreibe noch diesen Teil des Reiseberichtes.

Wir haben heute etwas länger im Bett gelegen und sind gegen 09.30 Uhr aufgestanden. Verena geht es mit ihrer Erkältung etwas besser.
Nach dem Frühstück putzen wir das Womo von innen, da es mittlerweile auch ein wenig nötig ist. Wir plauschen dann mit Ute und Wolfgang vor dem Wohnmobil und beschließen, in den Supermarkt zu gehen, um noch einige Kleinigkeiten einzukaufen.
Wolfgang W., Thomas, Ronald und Gabi waren inzwischen mit dem anderen Boot zum Angeln rausgefahren. Als wir in den Ort gehen, kommen sie gerade wieder. Die Fischkiste ist wieder einmal gut gefüllt.
Wir erfahren, dass Wolfgang W. eine schlechte Banane gegessen hat!!!! Deswegen war ihm auf dem Boot übel geworden - oder war es doch der Seegang???
Verena und ich wollen auch wieder zum Angeln rausfahren. Wir mieten uns für drei Stunden das 9,9 PS-Boot (210 NOK) und fahren gegen 15.30 Uhr los. Zwischen den beiden vorgelagerten kleinen Inseln versuchen wir unser Glück.
Verena fängt ziemlich schnell einen kleinen Dorsch, den wir aber wieder zurücksetzen. Kurz darauf zuckt es wieder an ihrer Angel. Verena drillt den Fisch an die Oberfläche, wo er aber aus irgendeinem Grund plötzlich vom Haken freikommt. Da der Fisch aus großer Tiefe heraufgeholt wurde, ist er nicht mehr in der Lage abzutauchen und dümpelt an der Oberfläche.
Bevor wir ihn mit dem Boot erreichen, haben die großen Seemöwen sich bereits über ihn hergemacht. So ein Pech!!!

Im weiteren Verlauf der drei Stunden fangen wir beide insgesamt vier Schellfische zwischen 50 und 65 cm Länge sowie drei schöne Makrelen.
Die beiden größeren Schellfische fängt natürlich Verena; der größte Schellfisch hat etwas über zwei Kilo.
Gegen 18.15 Uhr fahren wir in den Hafen zurück.
Wir wollen mit Wolfgang M. und Ute grillen. Bis Wolfgang M. den Grill heiß hat, filettieren Verena und ich die Fische.
Die drei Makrelen werden über Nacht in Salzlake eingelegt, da wir sie morgen räuchern wollen.
Nach dem Grillen sitzen wir noch bei einem Schnäpschen vor den Womo´s, als Gabi S. mit den frisch zubereiteten Fischfrikadellen erscheint. Wir sollen unbedingt probieren, was wir natürlich gerne machen.
Sie schmecken, wie immer, richtig lecker!!!
Sogar Wolfgang M. probiert eine, obwohl er gar keinen Fisch mag. Sein trockner Kommentar dazu: "Kann man essen".
Unser Kommentar: "Habt ihr gutgemacht!!!".


Gabi gibt uns einige Frikadellen ab, die wir auch gerne annehmen.
Da die Fischfrikadellen schwimmen wollen, gibt es jetzt noch den einen oder anderen Schnaps.
Inzwischen ist starker Seenebel aufgezogen, der das Draußensitzen ziemlich ungemütlich macht. Es ist plötzlich sehr frisch geworden.
Ute und Wolfgang gehen schon mal schlafen.
Wir gehen noch zum "Gutsnächtlesagen" in die anderen Wagenburg. Wolfgang W. und Maret haben sich vor dem Urlaub bei Ebay einen Safariroom (Vorzelt für die Markise) ersteigert. Im Vorzelt sitzt es sich jetzt natürlich gemütlicher als nur unter der Markise. Maret ist so lieb und macht uns noch einen Sanddorngrog, der uns innerlich aufwärmt.
Wir klönen noch ein wenig und gehen dann auch in´s Bett.

14. Tag
Heute können wir draußen frühstücken. Die Sonne scheint, es ist einigermaßen warm und nicht so windig.
Wir wollen gegen 14.30 Uhr mit dem 9,9-PS-Boot zum Angeln rausfahren und reservieren schon einmal das Boot. Wolfgang M. möchte wieder mit.
Als wir das Boot besteigen, ist es noch gar nicht so stürmisch. Kaum sind wir aber aus dem Hafen gefahren, legt der Wind kräftig zu und damit der Wellengang. Wir ahnen schon, dass es heute ungemütlich wird.
Ich versuche, hinter der kleinen Insel links vom Hafen Schutz vor dem hohen Wellengang zu finden. Hier ist es auch nicht viel ruhiger. Trotzdem werfen wir die Angeln aus, treiben aber nach Abstellen des Motors sofort ab. Es hat keinen Zweck, wir beschließen, zurückzufahren.
Als wir um die Insel herumkommen, bläst uns der starke Wind entgegen. Das Boot bricht bei der Fahrt zum Hafen die hohen Wellen, die Gischt spritzt uns in´s Gesicht.
Wir nehmen reichlich Wasser und sind pitschnass. Nach einer knappen Stunde sind wir wieder im Hafen und legen uns trocken.
Den Rest des Nachmittages verbringe ich damit, die Angeln und das Zubehör mit Süßwasser abzuwaschen und trockenzureiben.
Heute Abend wollen wir die drei Makrelen vom Vortage räuchern. Die Makrelen waren über Nacht in einer Salzlake eingelegt. Sie werden nun abgetrocknet und in den kleinen Räucherofen gelegt, der mit zwei Spiritusbrennern befeuert wird.
Hier werden sie nun über Buchenspänen mit Wacholdereinlage ca.30 Minuten heiß geräuchert. Nach kurzer Zeit duftet es sehr gut in unserem Bereich des Campingplatzes.
Ronald hat es gerochen und kommt zum Schauen vorbei.
Nachdem wir meinen, die Makrelen sind gut, nehme ich sie heraus. Sie sehen sehr gut aus und riechen auch so. Ute hat Kartoffelsalat dazu gemacht, der wirklich sehr lecker schmeckt. 
Leider sind die Makrelen nicht ganz durchgeräuchert, da der Ofen draußen wohl nicht die nötige Hitze aufgebaut hat. Wir legen die Makrelen noch einmal in den Ofen, irgendwie wird das aber nichts mehr, so dass wir noch ein paar Wiener Würstchen warm machen.
Wir klönen noch ein Weilchen bei dem einen oder anderen Berliner Kümmel und lassen den Abend ausklingen.

15. Tag
Obwohl das Wetter heute Morgen ganz gut ist, beschließen Verena und ich, dass wir genug geangelt haben und die letzte Woche unseres Urlaubes alleine durch Norwegen fahren wollen. Wir möchten uns noch einige Landstriche anschauen, in die die anderen vier Paare nicht fahren werden. Das war von uns auch von vornherein so geplant.
Wir sagen den anderen Bescheid und verabschieden uns.
Schnell ist das Womo startklar gemacht, gegen Mittag fahren wir dann ab. Wir möchten uns noch einmal den Altlantiksvegen mit den eindrucksvoll geschwungenen Brücken zwischen den kleinen Inseln anschauen. Vor zwei Jahren waren wir hier auch gefahren und bis kurz vor Kristiansund gekommen.
Auf der R 663 und der R 64 fahren wir bis Bruhagen, wo wir dann umdrehen und die Strecke wieder zurückfahren. So sehen wir die Brücken aus beiden Richtungen. Ein kurzer Spaziergang mit Fotostop an der höchsten Brücke wird eingelegt, dann geht es weiter.
Wir fahren auf der R 64 bis nach Molde und dann weiter auf der R 62 entlang des Tingvollfjordes bis Sunndalsora.
Wir möchten morgen durch den Dovrefjell-Nationalpark fahren, den wir heute aber nicht mehr erreichen werden. Wir fahren weiter auf der R 70 bis Oppdal und biegen dort nach rechts auf die E 6 in Richtung Dovrefjell ab.
Kurz hinter Oppdal checken wir auf dem "Smegarden Camping", N-7340 Oppdal, ein(200 NOK inkl. Strom). Es ist ein sehr gepflegter Campingplatz mit sauberen und gepflegten Anlagen. Die Rasenflächen sind frisch gemäht und in einem sehr guten Zustand. Wir richten uns für die Nacht ein und machen noch einen Spaziergang über den Platz und in der näheren Umgebung.
Das Wetter ist immer noch gut, nur abends gibt es wieder ein paar Tropfen von oben.

16. Tag
Morgens regnet es immer noch.
Nach dem Frühstück hört es aber langsam auf mit dem Wasser von oben. Wir machen uns fertig und fahren weiter auf der E 6 durch das Dovre-Fjell bis nach Dombas.
Das Wetter ist recht schön geworden. Trotzdem hinterläßt das Dovre-Fjell keinen nachhaltigen Eindruck auf uns. Wir fahren durch keine besonders aufregende Landschaft.
Wir bleiben auf der E 6 und fahren bis Otta, wo wir gegen Mittag eine Pause einlegen. Anschließend geht es weiter auf der E 15 über Lom durch das landschaftlich schöne Otta-Dalen bis Grotli. Von Grotli aus biegen wir nach links auf die R 258 ab. Die überwiegend unbefestigte enge Straße führt durch eine grandiose Landschaft zum Sommerskigebiet.

Auf der Hinfahrt sind wir schon einmal mit den anderen auf dieser Straße gefahren, jetzt nehmen wir uns aber mehr Zeit für Foto-Stops.
Dadurch vergißt man schnell die Zeit und es ist bereits nach 18.00 Uhr, als wir beschließen, uns einen Campingplatz zu suchen.
Hinter Videseter fahren wir weiter auf der R 15 Richtung Stryn.
Am See -Strynsvatn- finden wir in N-6799 Oppstryn den "Grande Camping" und checken für eine Nacht ein (220 NOK inkl. Strom).
Es ist ein netter und gepflegter Campingplatz genau am See. Wir stehen mit dem Womo etwa 10 m vom Ufer entfernt. Da es immer noch sonnig und recht warm ist, baue ich für das Abendessen Tisch und Stühle genau am steinigen Ufer des Sees auf.

Wir lassen es uns dann mit See- und Bergblick schmecken!
Pünktlich zum Ende des Abendessens ziehen aber plötzlich dichte Wolken auf und: genau, es fängt wieder einmal an, zu regnen.
Schnell wieder alles in´s Womo! Den Abend verbringen wir mit lesen und Reisebericht schreiben. Es scheint sich wieder einzuregnen.

17. Tag
Morgens hört es endlich auf, zu regnen. Es scheint ein schöner Tag zu werden. Wir frühstücken und machen das Womo zur Abfahrt fertig.
Heute wollen wir zum Briksdalsbreen, einem Gletscher im Jostedalsbreen-Nationalpark.

Vor zwei Jahren waren wir bereits auf dem Wege zum Gletscher, mussten aber abbrechen, da Verena damals gesundheitlich angeschlagen war und den steilen Aufstieg nicht bewältigen konnte.
Wir fahren die wenigen Kilometer auf der R 15 bis Olden, wo wir nach links in die Straße zum Briksdalsbreen abiegen - die Abfahrt ist gut ausgeschildert. Die enge Straße führt durch eine fantastische Landschaft, entlang an türkisgrünen Seen.
Die Sonne scheint dazu - endlich.
Wir erreichen den gebührenpflichtigen Parkplatz, von dem aus der Fußweg zum Gletscher beginnt. Tagesparken kostet 50 NOK; die Übernachtung im Womo 100 NOK. Wir finden einen schönen Parkplatz auf dem gut besuchten Gelände.
Die Bergschuhe werden herausgeholt und der Rucksack gepackt, dann geht es gegen 13.30 Uhr los.
Schon der erste steile Aufstieg gleich am Parkplatzausgang hat es schon kräftig in sich. Laut der Tafel am Eingang des Parkplatzes dauert der Aufstieg zur Brücke über den Wasserfall ca. 30 Minuten, bis zum Gletschersee ca. 45 Minuten. Wir brauchen etwas länger, da wir viele Fotos machen und nicht stramm durchmarschieren.
Richtig schön feucht wird es, als wir den tosenden Wasserfall an der Brücke erreichen. Durch die Regenfälle der letzten Tage ist der Wasserfall stark angeschwollen. Da rauscht schon eine Menge Wasser herunter!
Die Gischt hüllt die Brücke ein. Beim Überqueren der Brücke duscht man somit erfrischend. Das macht aber nichts, es ist ja recht warm.
Weiter geht der Aufstieg durch eine fantastische Landschaft. Der Gletscherfluß rauscht durch die grüne, mit Büschen und Bäumen bestandene, aber auch felsige Talsohle.
An beiden Seiten erheben sich die steil ansteigenden Berge. Man hat immer eine gute Sicht auf den Gletscher, der sich, über den Berg hinweg, in´s Tal erstreckt.
Der Gletscher wird von der Sonne angestrahlt; teilweise ist sogar die typische Blaufärbung des Eises zu erkennen. Ein toller Anblick, den wir beide zuvor so noch nicht hatten.
Wir erreichen nun endlich den türkisfarbenen Gletschersee. Alleine sind wir nicht, es befinden sich viele Touristen dort oben. So ist es nicht ganz einfach, Fotos ohne die vielen Menschen darauf hinzubekommen.
Wir machen noch eine Rast und verzehren die mitgebrachten Pausenbrote.
Dann beginnt der Abstieg in´s Tal. Gegen 17.30 Uhr erreichen wir wieder den Parkplatz. Wir machen noch eine Kaffeepause im Womo und fahren dann auf der engen Straße in Richtung Olden zurück.
Da wir keine Lust haben, heute noch lange weiterzufahren, checken wir kurz vor Olden auf dem "Gryta Camping", N-6870 Olden, Oldedalen, ein (200 NOK inkl. Strom).
Es ist ein über mehrere Terrassen angelegter Rasenplatz, direkt am See. Die sanitären Anlagen sind recht gut.
Wir richten uns für die Nacht ein und können sogar noch draußen zu Abend essen.
Ein schöner Tag geht langsam zu Ende.

18. Tag
Heute wollen wir einen Ausflug zum berühmten "Kannesteinen" in der Nähe von Maloy machen.
Nach dem späten Frühstück bereiten wir das Womo zur Abfahrt vor. Bei schönstem Sonnenschein fahren wir dann gegen Mittag los.
Auf der R 15 geht es wieder in Richtung Stryn. Weiter geht es dann bis nach Maloy. Je näher wir der Küste kommen, desto mehr regnet es. Gleich hinter der Brücke, die auf die Insel Maloy führt, biegen wir links ab in Richtung Oppedal.
Die nun folgende Straße zum "Kannesteinen" ist entsprechend ausgeschildert und teilweise so eng, dass nur ein Fahrzeug zur Zeit fahren kann. Die Küstenlandschaft ist recht schön, allerdings bei Dauerregen auch ganz schön grau in grau. Am "Kannensteinen" angekommen, sieht man zuerst den kleinen Parkplatz mit einer Pommesbude darauf. Das haben wir in Norwegen so auch noch nicht gesehen!
Es sind einige Touristen mit Pkw auf dem Parkplatz, der nicht mehr viel Platz für unser Womo läßt. Wir parken genau vor der Pommesbude. Den "Kannensteinen" sehen wir vom Parkplatz zuerst gar nicht. Da es gerade jetzt aufhört zu regnen, folgen wir den Touristen an die felsige Küstenlinie. Es ist Ebbe, so dass einige große Felsen zu sehen sind.
Tatsächlich erkennen wir dann den, von Bildern in Reiseführern bekannten, "Kannensteinen" zwischen den anderen Felsen.
Irgendwie hatte ich mir den Felsen größer und eindrucksvoller vorgestellt!
Zuerst können bzw. wollen wir keine Fotos machen, da einige Touristen am Stein herumturnen.
Als diese gegangen sind, können wir endlich Fotos machen, die aber sicherlich schöner bei blauem Himmel oder seitlichem Abendlicht geworden wären.
Aber das Wetter kann man ja bekanntlich nicht ändern.

Der Kannestein

Wir fahren dann nach kurzer Zeit ab und fragen uns, ob sich die anstrengende Anfahrt auf der sehr engen Straße dafür gelohnt hat. Ich bin fast dazu geneigt, nein zu sagen.
Wir fahren auf der R 15 zurück bis Nordfjordfeid, wo wir auf die E 39 in Richtung Lom abbiegen.
In Lote nehmen wir dann die Fähre über den Hundvikfjord nach Anda (NOK 86) und fahren weitern bis Byrkjelo.
Hier checken wir auf dem "Byrkjelo Camping", N-6826 Byrkjelo, ein (NOK 205 inkl. Strom) und der Abend klingt dann beim Fernsehen aus.

19. Tag
Heute wird es ein reiner Fahrtag. Auf der E 39 geht es gegen Mittag weiter in Richtung Sky. Wir wechseln auf die R 5 und fahren bis Sogndal. In Sogndal wechseln wir auf die R 55 und fahren bis Hella. Dort nehmen wir die Fähre über den Sognefjord nach Vangsnes (NOK 206). Nun fahren wir auf der R 13 bis nach Voss. Es ist eine sehr schöne Strecke. Es regnet aber unaufhörlich, bei Sonnenschein wäre die Fahrt sicherlich noch viel schöner.
Weiter auf der R 13 fahrend, biegen wir kurz hinter Spildo nach links auf die R 572 ab. Wir fahren bis Hallangerbruravik, wo wir die Fähre über den Eidfjord bis nach Brimnes nehmen ( NOK 231). Wir bleiben auf der R 13 und fahren auf dieser sehr engen Küstenstraße bis zu unserem Tagesziel Kinsarvik.
Hier waren wir bereits vor zwei Jahren auf dem Campingplatz "Bravoll" (NOK 200 inkl. Strom).
Wir checken auf dem gut besuchten Platz ein und finden noch einen Stellplatz auf der linken Terrassenseite. Nach dem Abendessen machen wir noch einen Spaziergang durch den Ort mit Hafen. Es regnet immer noch ab und zu.

20. Tag
Es regnet immer noch, als wir gegen Mittag den Platz verlassen.
Wir fahren auf der R 13 in Richtung Süden weiter. Hinter Odda erreichen wir den "Latefossen", einen bekannten Wasserfall.

Auf dem Parkstreifen finden wir mit unserem Womo noch einen Parkplatz und machen einen Fotostop. Es wimmelt dort an der Souvenirbude nur so von Touristen, so dass der Wasserfall ohne Menschen im Bild nicht zu fotografieren ist.
Schnell fahren wir weiter, da es sowieso wieder anfängt, zu regnen.
Hinter Seljestad biegen wir nach links auf die E 134 in Richtung Roldal ab und fahren weiter in Richtung Haukelifjell. Das Wetter wird jetzt zunehmend besser!
Auf dem Haukelifjell liegt in diesem Jahr nicht mehr so viel Schnee, wie bei unserem Besuch vor zwei Jahren. Nur auf den Bergspitzen ist noch Restschnee vorhanden. Damals lag der Schnee noch teilweise bis zum Straßenrand und die Seen waren noch gefroren.
In Haukeligrend biegen wir auf die R 9 in Richtung Evje ab. Je weiter wir nach Süden fahren, desto blauer wird der Himmel!
In N-4747 Valle checken wir nachmittags auf dem Campingplatz des "Valle Motell" ein (NOK 170 inkl. Strom). Die Sanitärgebäude sind nicht so gut, wie auf den vorherigen Plätzen. Alles recht einfach gehalten, aber für eine Nacht geht es.
Auf der großen Wiese sind wir am Nachmittag fast alleine. Zum Abend hin füllt sich die Wiese dann aber doch noch ganz gut.
Es ist zuerst noch sonnig und schön warm, so dass wir beschließen, zu grillen.
Nach dem Essen gehen wir in der Umgebung des Platzes spazieren, bis es sich doch wieder zuzieht und es wieder anfängt, zu regnen.

21. Tag
Heute wollen wir es bis an die Küste schaffen, um uns dort den südlichsten Punkt Norwegens anzusehen - den bekannten Leuchtturm "Lindesnes Fyr".
Wir fahren auf der R 9 bis nach Evje, wo wir einen kleinen Einkaufsbummel einlegen, um unsere Vorräte etwas zu ergänzen. Kurz hinter Hornnes biegen wir dann nach rechts auf die R 42 in Richtung Sveindal ab. Hinter Kvale biegen wir nach links auf die R 43 Richtung Lyngdal ab. Dann nach links auf die E 39 in Richtung Mandal. Noch vor Mandal biegen wir nach rechts auf die recht enge R 460 ab, die zum Leuchtturm bei Lindesnes führt.

Es ist zwar sehr windig, aber es scheint die Sonne, als wir unser Womo auf dem großen Parkplatz abstellen. Wir schnallen die Fototaschen um und gehen zum Leuchtturm - mit uns zusammen diverse andere Touristen. Es ist sehr voll dort oben, so dass wir lange warten müssen, um den Leuchtturm, ohne Menschen davor, fotografieren zu können.
Von den Klippen am Leuchtturm hat man einen schönen Blick auf das Meer.
Nach einiger Zeit gehen wir zurück zum Womo und beschließen, die letzten beiden Tage dort in der Nähe auf einem der Campingplätze zu verbringen.
Das Wetter soll sich laut Wetterbericht ja einigermaßen halten.
Wir fahren den "Lindesnes-Camping" an, der auf der Strecke zurück liegt. Es handelt sich dort um einen Platz, der sich in einer tiefen Senke befindet. Von der Straße aus sah der Platz eigentlich schon ziemlich gut belegt aus.
Der Betreiber läßt uns aber trotzdem für zwei Nächte einchecken. Wir fahren die steile und enge Abfahrt in die Senke hinunter und stellen dort fest, dass der Platz eigentlich belegt ist.
Durch die andauernden Regenfälle der letzten Tage ist die kleine unebene Wiese rechts vom Durchgangsweg für große Mobile nicht mehr zu benutzen, wie tiefe Fahrspuren der Vorgänger zeigen. Ich möchte mich dort nicht festfahren und wende unser Womo auf dem engen Weg. Auf der linken Seite des Weges sind überwiegend geschotterte Flächen vorhanden, die aber voll belegt sind. Unser Womo in eine Lücke dazwischenquetschen wollen wir nun doch nicht. Wir beschließen, weiterzufahren.
An der Rezeption erhalten wir unser Geld zurück und fahren zur E 39.
Da bei uns irgendwie die "Luft heraus ist", beschließen wir jetzt, nach Kristiansand zu fahren.
Wir haben keine Lust mehr, die letzten zwei Tage auf irgendeinem Campingplatz zu verbringen, um die Zeit bis zur Abfahrt der Fähre am Freitag totzuschlagen. Wir wollen versuchen, eventuell noch heute Abend die Fähre nach Dänemark zu bekommen.
Kurz vor 19.00 Uhr erreichen wir den Fjordline-Terminal im Hafen von Kristiansand.
Verena bekommt am Schalter die Nummer 13 auf der Warteliste für die 20-Uhr-Fähre. Umbuchungsgebühren werden zum Glück nicht fällig, da man uns nicht garantieren kann, dass wir auch heute noch mitkommen.
Nachdem die gebuchten Fahrzeuge auf die Fähre gefahren sind, kommt nun die Warteschlange dran. Unsere Enttäuschung ist riesengroß, als die Nr. 12 vor uns noch auf die Fähre kommt, sich dann aber das Tor schließt und wir zurückbleiben müssen. Wir schauen noch der abfahrenden Fähre "Fjord Cat" nach, doch es hilft nichts, wir müssen im Hafen übernachten. Wir fahren einmal um den Block und stellen uns vor dem Terminal wieder an.
Dort hat sich schon eine kleine Warteschlange für die 7-Uhr-Fähre, überwiegend aus Womo´s, gebildet.
Da wir unbedingt die Nr. 1 auf der Warteliste haben möchten, stehen wir rechtzeitig auf.
Verena stellt sich mit den Papieren schon gegen 04.30 Uhr an den Schalter. Um 05.00 Uhr beginnt der Check-In. Verena gelingt es tatsächlich, die Nr. 1 zu bekommen.
Wir werden mit unserem Womo noch auf die Fähre "gequetscht", sogar noch die anderen Womo´s hinter uns.
Es ist so eng, dass wir kaum noch aussteigen können! Doch wir sind froh, mitgekommen zu sein. Die Überfahrt nach Dänemark ist heute deutlich ruhiger als zu Beginn unseres Urlaubes.
Nach ca. 2,5 Stunden Fahrt erreichen wir Hirtshals.
Kurze Zeit ist es dann in Dänemark noch trocken, dann öffnen sich aber alle Himmelsschleusen und es regnet stark.
In Deutschland, etwa ab Flensburg, hört es dann endlich auf, zu regnen. Gegen 17.00 Uhr treffen wir zu Hause ein; große Pausen haben wir nicht mehr genacht.
Unser Kater freut sich, uns endlich wiederzusehen.
Wir räumen das Nötigste aus dem Womo und machen "Feierabend".

Fazit:
Norwegen hat uns landschaftlich wieder sehr gut gefallen.
Leider war es ein sehr regenlastiger Urlaub, der manchmal schon Nerven gekostet hat.
Das Fahren mit insgesamt fünf Wohnmobilen hat gut geklappt. Es gelang uns so gut wie immer, auf den Plätzen zusammenstehen zu können. Während der Fahrt haben wir uns mit CB-Funkgeräten verständigt.
Nach wie vor haben wir Schwierigkeiten, uns mit den hohen Preisen in Norwegen anzufreunden. Wir hatten uns zwar vorgenommen, in diesem dritten Norwegen-Urlaub nicht so über die Preise dort nachzudenken, aber sie überraschen einen doch immer wieder.
Nur einmal ein kleines Beispiel: beim Bummel durch eine Stadt sehen wir eine kleine Eisdiele und möchten uns ein Soft-Eis kaufen.
Ich bemerke dann das Preisschild und rechne aus, dass ein kleines Soft-Eis umgerechnet knapp über 5 Euro kosten soll. Wir hatten plötzlich keinen Appetit mehr auf Eis!
Der Diesel-Preis betrug ca. 1,80 Euro!
Nach dem dritten Norwegen-Urlaub in Folge, haben wir beide beschlossen, erst einmal andere Länder zu bereisen.

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